Die Hensoldt stieg zuletzt um 1,23 % auf 72,46 Euro. Auslöser für das Interesse am Unternehmen ist derzeit vor allem die wirtschaftliche Entwicklung im Verteidigungsgeschäft. Im Mittelpunkt steht eine neue Zusammenarbeit mit dem ukrainischen Unternehmen Fire Point.

Die Vereinbarung betrifft moderne Radarsysteme für die Luftverteidigung. Hensoldt soll die Systeme produzieren, testen, ausliefern und in bestehende Verteidigungsstrukturen integrieren. Nach Unternehmensangaben können die eingesetzten Sensoren bis zu 1.500 Luftziele gleichzeitig erfassen, klassifizieren und verfolgen.

Hensoldt: Interessant genug!

Damit adressiert das Unternehmen einen Markt, der durch den anhaltenden Einsatz von Drohnen, Marschflugkörpern und ballistischen Raketen stark gewachsen ist. Mehrere aktuelle Branchenmeldungen beschäftigen sich mit genau diesem Thema. So wurde zuletzt über milliardenschwere Investitionen in die Drohnenabwehr berichtet. Parallel meldete Hensoldt selbst weitere Radarlieferungen für die Ukraine.

Die strategische Bedeutung des Geschäfts zeigt sich auch in den Finanzschätzungen. Für 2026 erwarten die Prognosen einen Umsatz von 2,75 Milliarden Euro. Bereits ein Jahr später sollen 3,21 Milliarden Euro erreicht werden. Damit würde das Unternehmen innerhalb kurzer Zeit mehrere hundert Millionen Euro zusätzlichen Jahresumsatz generieren.

Noch stärker fällt der erwartete Gewinnanstieg aus. Für 2026 werden 159 Millionen Euro Nettogewinn prognostiziert. Für 2027 liegen die Schätzungen bereits bei 243 Millionen Euro. Die Nettoverschuldung soll im gleichen Zeitraum von 665 Millionen Euro auf 412 Millionen Euro sinken.

Diese Zahlen erklären auch die hohe Börsenbewertung. Der Marktwert liegt derzeit bei rund 8,37 Milliarden Euro. Das Verhältnis von Unternehmenswert zu Umsatz wird für 2026 mit 3,28 angegeben. Für 2027 sinkt dieser Wert auf 2,73. Die Börse kalkuliert also bereits mit weiter steigenden Erlösen aus dem Verteidigungssektor.

Trotz der positiven Branchennachrichten verlief die Kursentwicklung zuletzt nicht geradlinig. Auf Wochensicht verlor die Aktie 4,18 %. Im laufenden Jahr ergibt sich bislang ein Minus von 1,28 %. Analysten sehen das alles ganz anders:

Das durchschnittliche Kursziel beträgt 90,97 Euro und liegt damit deutlich über dem aktuellen Kursniveau. Die Experten argumentieren dabei vor allem mit dem Wachstum in den Bereichen Radar, Sensorik und Luftverteidigung.