Ein neuer Bundeswehrauftrag sorgt bei Hensoldt für Gesprächsstoff, zumindest am Wochenende. Das Unternehmen liefert für das Soldatensystem „Infanterist der Zukunft – Erweitertes System VJTF+“ ein Optikpaket für das Sturmgewehr G95KA1. Auftraggeber ist Rheinmetall. Die Meldung unterstreicht die starke Position von Hensoldt im Verteidigungsmarkt und fällt in eine Phase, in der der Aktienkurs deutlich unter den Analystenschätzungen notiert.
Dabei ist nun ausgerechnet der Auftraggeber Rheinmetall unter Beschuss geraten. Das steht indes auf einem anderen Blatt.
Die Bewegungen sind derzeit noch nicht vielsagend
Zum Handelsschluss am Freitag gewann die Aktie 0,87 % auf 64,90 Euro. Die kurzfristige Erholung relativiert jedoch nicht die Entwicklung der vergangenen Wochen. Innerhalb eines Monats verlor der Titel 26,60 % und innerhalb der vergangenen fünf Tage gleich 10,43 %. Die Aktie leidet nicht nur unter einem Abwärtstrend, sondern auch unter der Branchenschwäche, die Rheinmetall ausgelöst hatte. Die hat einen in Aussicht gestellten Fregattenauftrag verloren. Der Verlust schockte die Rheinmetall und insgesamt die Branche.
Nun hat Rheinmetall der Hensoldt einen Auftrag erteilt (siehe oben). Der neue Auftrag ergänzt eine Reihe wirtschaftlich relevanter Entwicklungen. Erst vor wenigen Tagen eröffnete Hensoldt zudem das neue ZEBEL Logistikzentrum in Wolfhagen. Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen weiter an mehreren Verteidigungsprogrammen in Europa. Der jüngste Bundeswehrauftrag stärkt insbesondere das Geschäft mit optischen Zielsystemen und erweitert die Zusammenarbeit innerhalb bestehender Rüstungsprojekte.
Die fundamentalen Erwartungen bleiben trotz der Kursschwäche hoch. Analysten rechnen für 2026 mit einem Umsatz von 2,75 Milliarden Euro und einem Nettogewinn von 159 Millionen Euro. Für 2027 werden Erlöse von 3,21 Milliarden Euro sowie ein Gewinn von 243 Millionen Euro erwartet. Entsprechend sinkt das erwartete Kurs Gewinn Verhältnis von 46,2 auf 32,1, was auf steigende Erträge in den kommenden Jahren zurückzuführen ist.
Analysten stehen deshalb steigende Kursziele. Die MWB Research immerhin hob das Ranking jetzt von „Verkaufen“ auf „Neutral“. Der Markt ist noch skeptischer.
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