Die jüngste minimale Erholung der Hensoldt-Aktie fällt in eine Phase, in der die Rüstungsindustrie an den Börsen in sich zusammenfällt. Noch haben die Bewegungen von Hensoldt also keine größere Bedeutung im Sinne einer nachhaltigen Erholung. Am Freitag gewann der Titel zwar 0,87 % auf 64,90 Euro, doch auf Monatssicht steht weiterhin ein Rückgang von 26,60 % zu Buche.

Das ist technisch ein sehr klarer Abwärtstrend.

Die Erwartungen der Analysten sind sehr viel höher

Der Kursrückgang steht im deutlichen Gegensatz zu den wirtschaftlichen Erwartungen. Analysten prognostizieren für 2026 einen Umsatz von 2,75 Milliarden Euro und einen Anstieg auf 3,21 Milliarden Euro im Jahr 2027. Parallel soll sich der Nettogewinn von 159 Millionen Euro auf 243 Millionen Euro erhöhen. Diese Schätzungen spiegeln die anhaltend hohe Nachfrage nach Verteidigungs- und Sicherheitstechnologie wider.

Ein weiterer Baustein dieser Entwicklung ist der nun bekannt gewordene Auftrag für das Bundeswehrprojekt „Infanterist der Zukunft – Erweitertes System VJTF+“. Rheinmetall hat Hensoldt mit der Lieferung eines Optikpakets für das Sturmgewehr G95KA1 beauftragt. Das Unternehmen erweitert damit seine Rolle innerhalb der Modernisierung deutscher Streitkräfte und ergänzt bestehende Programme im Bereich Sensorik und militärischer Elektronik.

Trotz dieser wirtschaftlich relevanten Nachrichten fällt die Bewertung weiterhin anspruchsvoll aus. Für 2026 wird ein Kurs Gewinn Verhältnis (KGV) von 46,2 erwartet. Selbst auf Basis der Gewinnschätzungen für 2027 liegt der Wert noch bei 32,1. Diese Kennzahlen erklären, weshalb Investoren nach den starken Kursgewinnen der vergangenen Jahre inzwischen sensibler auf jede Veränderung der Erwartungen reagieren.

Analysten erwarten zwar sehr viel höhere Kurse, allerdings hat der Markt aktuell auf Durchzug gestellt. Kurzfristig kann man aus dieser Sicht allenfalls hoffen, dass der Boden gefunden ist.