Auftragseingang verdoppelt, Umsatz deutlich gesteigert, Jahresziel bestätigt — und trotzdem stand die Aktie am Mittwochvormittag zunächst unter Druck. Hensoldts Q1-Zahlen liefern ein starkes Bild, das an einer Stelle Schwäche zeigt.
Optronics treibt das Wachstum
Das Segment Optronics entwickelte sich im ersten Quartal besonders stark. CFO Christian Ladurner sprach von einer „remarkably strong performance“, getrieben durch höhere Volumina. Dass Hensoldt bereits im März die Übernahme des niederländischen Spezialisten Nedinsco angekündigt hatte, passt in dieses Bild.
Nedinsco wurde 1921 gegründet, beschäftigt rund 140 Mitarbeiter an Standorten in Venlo und Eindhoven und fertigt elektro-optische Sensorsysteme — darunter Periskope und Fahrervisierungssysteme. Die Unternehmen verbindet eine zwanzigjährige Kooperationsgeschichte. Nach Abschluss der Transaktion, der für Mitte 2026 erwartet wird, soll Nedinsco vollständig ins Optronics-Segment integriert werden. Finanziert wird der Kauf aus bestehenden Mitteln.
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Starke Konzernzahlen, ein Wermutstropfen
Auf Konzernebene verdoppelte sich der Auftragseingang auf 1,48 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand kletterte auf ein Rekordhoch von knapp 9,8 Milliarden Euro, die Book-to-Bill-Ratio stieg von 1,8 auf 3,0. Haupttreiber waren neue Bundeswehr-Aufträge für die Panzermodelle Puma und Schakal sowie Vertragserweiterungen für Eurofighter-Radare.
Der Umsatz legte um mehr als ein Viertel auf 496 Millionen Euro zu — blieb damit aber leicht unter den Analystenerwartungen. Das bereinigte EBITDA stieg um knapp 47 Prozent auf 44 Millionen Euro, die Marge verbesserte sich auf 8,9 Prozent. Barclays-Analyst Afonso Osorio bemängelte den freien Cashflow, der den Marktkonsens trotz der starken Auftragslage verfehlt habe.
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Jahresziel und Analystenstimmen
Den Jahresausblick ließ Hensoldt unverändert: Für 2026 plant der Konzern einen Umsatz von rund 2,75 Milliarden Euro und eine bereinigte EBITDA-Marge zwischen 18,5 und 19,0 Prozent — nach 18,4 Prozent im Vorjahr. Das Management sprach von einer „unverändert konservativen Planung“.
Die DZ Bank bekräftigte ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 104 Euro und prognostiziert bis 2030 ein jährliches Umsatzwachstum von 18 Prozent sowie einen EBITDA-Anstieg von 21 Prozent pro Jahr.
Die Aktie verlor am Mittwoch zeitweise mehr als zwei Prozent, baute die Verluste aber auf rund 0,5 Prozent ab. Mit 79,32 Euro notiert das Papier knapp über seinem 50-Tage-Durchschnitt, liegt aber noch deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 115,10 Euro. Am 22. Mai folgt die Hauptversammlung.
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