Hexagon Purus hat gestern für das dritte Quartal 2026 einen deutlichen Umsatzrückgang bei zugleich geringerem operativem Verlust gemeldet. Für das Schlussquartal erwartet das Management höhere Volumina. Die Aktie verzeichnet heute eine Tagesveränderung von -14%. Ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen dem Kursrückgang und einzelnen Aussagen des Quartalsberichts ist damit nicht belegt.

Weniger Erlöse, geringerer operativer Verlust

Die Geschäftsentwicklung zeigt gegenläufige Tendenzen: Während das Unternehmen weniger Umsatz und sonstige Erträge erzielte, verringerte sich der Verlust auf EBITDA-Basis. Die Ergebnisverbesserung bedeutet somit noch keine operative Gewinnschwelle. Für Anleger kommt es deshalb besonders auf die angekündigte Belebung im Schlussquartal an.

Umsatz und sonstige Erträge erreichten nach Unternehmensangaben 150 Millionen NOK. Das entspricht einem Rückgang um 40% gegenüber dem Vorjahr. Ohne das entkonsolidierte Geschäft betrug das Minus 20%.

Als Belastungen nannte das Management Verzögerungen in der Terminplanung der Kunden sowie Probleme in der Lieferkette. Dadurch verschoben sich einige Auslieferungen ins Schlussquartal. Die erwartete Belebung hängt damit auch daran, dass Hexagon Purus diese verschobenen Lieferungen umsetzen kann.

Das EBITDA lag bei minus 83 Millionen NOK nach minus 116 Millionen NOK im Vorjahreszeitraum. Trotz der Verbesserung blieb das operative Ergebnis auf dieser Basis also deutlich negativ.

Schlussquartal soll Entlastung bringen

Das Management erwartet für das Schlussquartal höhere Volumina. Der Großteil der erwarteten Erlöse sei durch feste Aufträge abgesichert. Zusammen mit der niedrigeren Kostenbasis eröffne dies erstmals die Möglichkeit, sich auf Gruppenebene der bereinigten EBITDA-Gewinnschwelle anzunähern. Eine Zusage, diese Schwelle zu erreichen, ist das nicht.

Der feste Auftragsbestand belief sich auf 508 Millionen NOK. In der Ergebnispräsentation erklärte das Unternehmen, dass davon rund 203 Millionen NOK für Auslieferungen im Jahr 2027 vorgesehen seien.

Der Auftragsbestand bietet damit zwar eine Grundlage für künftige Erlöse. Er steht aber nicht vollständig für das unmittelbar bevorstehende Quartal zur Verfügung. Für die kurzfristige Ergebnisentwicklung bleibt entscheidend, welche Auslieferungen tatsächlich noch im Schlussquartal erfolgen.

Daneben hat Hexagon Purus nach eigenen Angaben Anfang Oktober das Wasserstoff-Verteilsystem HyCarrier der nächsten Generation vorgestellt. Erste Einheiten sollen im April 2027 ausgeliefert werden.

Kurzfristig steht jedoch die Umsetzung bestehender Aufträge im Vordergrund. Die niedrigere Kostenbasis hat den operativen Verlust bereits verringert. Ob die erwarteten höheren Volumina eine weitere Annäherung an die Gewinnschwelle ermöglichen, ist der zentrale Prüfstein des angekündigten Schlussquartals.