Die Generalsanierung der Schnellfahrstrecke Hamburg–Berlin ist Geschichte. Hochtief hat die Strecke wie geplant wieder in Betrieb genommen – trotz einer sechswöchigen Verzögerung durch gefrorenen Boden. Das Projekt zeigt: Der Baukonzern bringt auch schwierige Großvorhaben im deutschen Infrastruktursektor zu Ende.

Die Zahlen sind beeindruckend: 28 Bahnhöfe modernisiert, 165 Kilometer neue Gleise verlegt. Kostenpunkt: rund 2,2 Milliarden Euro. Zehn Monate Bauzeit. Ein dicker Brocken im Auftragsbuch.

Internationale Aufträge als zweites Standbein

Während hierzulande die Bauarbeiten laufen, wächst Hochtief auch global. Die Tochter Thiess Group hat drei neue Verträge im Gold- und Kritische-Mineralien-Sektor ergattert. Sedgman, eine weitere Tochter, erhielt einen FEED-Auftrag für das Clearwater-Projekt von E3 Lithium in Alberta, Kanada.

Parallel dazu profitieren die US-Tochter Turner und die australische CIMIC vom Boom der KI-Rechenzentren. Ein erheblicher Teil der Neubestellungen kommt inzwischen aus dem Digital-Sektor. Diversifikation funktioniert hier nicht nur im Bauportfolio – sie stützt auch die geografische Risikoverteilung.

Rekordauftragsbestand und Dax-Aufnahme

Der Aktienkurs spiegelt die operative Stärke wider. Mit 509,50 Euro notiert Hochtief heute 0,59 Prozent im Plus. Auf Jahressicht liegt das Plus bei 224 Prozent – das 52-Wochen-Tief von 151,10 Euro ist Lichtjahre entfernt.

Ein Kurstreiber steht unmittelbar bevor: Am 22. Juni wird Hochtief in den Dax aufgenommen. Indexfonds und ETFs müssen dann nachkaufen. Das dürfte kurzfristig zusätzliche Nachfrage erzeugen.

Der Auftragsbestand erreicht mit 79,3 Milliarden Euro ein Rekordniveau. Der operative Konzerngewinn soll 2026 zwischen 950 Millionen und 1,025 Milliarden Euro liegen – das wäre ein Plus von 20 bis 30 Prozent.