Ein bearishes Chartsignal, starke Quartalszahlen und eine erwartete kräftige Dividendenerhöhung: Bei Hochtief prallen derzeit unterschiedliche Signale aufeinander. Der Baukonzern markierte am Dienstag ein neues Vier-Wochen-Tief und löste damit ein charttechnisches Short-Signal aus. Nur zwei Tage später greifen Anleger wieder zu.
Charttechnik gibt Verkaufssignal, Käufer widersprechen
Am Dienstagabend rutschte die Hochtief-Aktie auf ein neues Vier-Wochen-Tief und erzeugte damit ein technisches Verkaufssignal. Der Kurs notiert derzeit bei 390,60 Euro und liegt damit rund 7,4 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt – ein Zeichen, dass der mittelfristige Trend zuletzt gekippt ist. Der Relative-Stärke-Index von 37,8 deutet zudem auf eine überverkaufte Situation hin, ohne bereits klar überverkauft zu sein.
Trotz des negativen Signals zeigte sich am Donnerstag Kaufinteresse: Die Aktie legte im Tagesverlauf um 1,8 Prozent zu. Anleger scheinen die jüngste Schwächephase als Gelegenheit zum Einstieg zu nutzen, während das technische Bild vorerst angeschlagen bleibt.
Solide Geschäftszahlen als Gegengewicht
Fundamental liefert Hochtief Argumente gegen die charttechnische Skepsis. Im zweiten Quartal steigerte der Baukonzern den Gewinn je Aktie auf 3,42 Euro, nach 2,30 Euro im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz kletterte im gleichen Zeitraum um rund 13,7 Prozent auf 10,74 Milliarden Euro, verglichen mit 9,45 Milliarden Euro ein Jahr zuvor. Diese Zahlen untermauern, dass das operative Geschäft trotz der Kursschwankungen robust läuft.
Analysten sehen weiteres Potenzial
Mehrere Häuser haben ihre Einschätzung zuletzt bestätigt. Die Bandbreite der Einschätzungen signalisiert Zurückhaltung bei gleichzeitig intaktem Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Kurs.
Der Blick der Anleger richtet sich nun auf die nächsten Quartalszahlen. Bis dahin dürfte der Wechsel zwischen charttechnischer Vorsicht und fundamentalem Optimismus die Kursentwicklung prägen.
Die widersprüchlichen Signale – ein frisches Verkaufssignal auf der einen, starke operative Zahlen auf der anderen Seite – lassen die Aktie vorerst in einer Phase erhöhter Unsicherheit verharren.
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