Während der Dax an diesem Mittwoch ins Straucheln gerät, zeigt sich Hochtief bemerkenswert robust. Schon am Dienstag führte die Aktie mit einem Tagesgewinn von 3,16 Prozent die Gewinnerliste im Index an, tags darauf gehörte sie erneut zu den gefragtesten Werten. Ausgerechnet jetzt hebt Jefferies zudem sein Kursziel an – kurz vor den Halbjahreszahlen.

Chartbild bleibt trotz Erholung angeschlagen

Seit Mitte 2025 befand sich die Aktie in einem stabilen Aufwärtstrend, ehe sie Mitte Mai ihr bisheriges Jahreshoch markierte. Nach einer Korrektur auf rund 455 Euro gelang zwar die Rückkehr über die 500-Euro-Marke, das Hoch blieb aber außer Reichweite. Anschließende Gewinnmitnahmen warfen den Kurs bis auf etwa 450 Euro zurück und drückten die Aktie unter ihre wichtigen gleitenden Durchschnittslinien.

Hält der Kurs den Bereich um das offene Gap bei 403,60 Euro, könnte sich die Erholung fortsetzen. Rutscht die Aktie darunter, wäre auch ein Rückgang bis zur SMA200 bei 383,65 Euro denkbar.

Am Mittwoch gab der Dax bis zum Mittag rund 0,8 Prozent nach, belastet von steigenden Ölpreisen und Sorgen um die exportlastige deutsche Wirtschaft. Hochtief gehörte dennoch, gemeinsam mit Fresenius und Heidelberg Materials, zu den gefragtesten Werten im Index.

Jefferies sieht mehr Potenzial vor den Halbjahreszahlen

Kurz vor den am 27. Juli anstehenden Zahlen hob Jefferies das Kursziel für Hochtief von 494 auf 508 Euro an, beließ die Einstufung aber bei „Hold“. Analyst Graham Hunt rechnet mit einem starken Quartal, getragen vor allem von der australischen Tochter Turner. Hintergrund ist die anhaltend hohe Nachfrage der Hyperscaler, die nach jüngsten Kapitalerhöhungen ihre Rechenzentren kräftig ausbauen.

Ob sich die jüngste Stärke bis zu den Zahlen am 27. Juli hält, dürfte auch vom Chartbild abhängen. Erst eine Rückeroberung der SMA20 bei 491,33 Euro würde das kurzfristige Bild spürbar aufhellen.