Home Depot setzt alles auf eine Karte. Der US-Baumarktriese will künftig verstärkt Profi-Handwerker binden. Damit reagiert der Konzern auf die spürbare Abkühlung am privaten Immobilienmarkt.

Rabatte und KI für Handwerker

Das Loyalitätsprogramm „Pro Xtra“ erhält umfangreiche neue Vorteile. Handwerker bekommen künftig Tankrabatte bei 7-Eleven oder Gutschriften für Verpflegung am Arbeitsplatz. Parallel dazu führt das Management neue digitale Werkzeuge wie den „Material List Builder“ ein. Eine KI-gestützte Arbeitsumgebung soll Großkunden helfen, komplexe Projekte effizienter zu verwalten.

Dazu kommen spezielle Preisnachlässe auf Arbeitskleidung und Ausrüstung. Das Ziel ist die deutliche Senkung der Betriebskosten für Bauunternehmer. Der Konzern zielt damit auf eine zahlungskräftige Klientel ab. Profis gelten als deutlich krisenfester als klassische Heimwerker. Der Plan: Home Depot will zum unverzichtbaren Partner für das gesamte Baugewerbe werden. Inzwischen erzielt das Unternehmen bereits 16,5 Prozent seiner Erlöse über digitale Kanäle.

Zukäufe drücken die Margen

Die aggressive Expansion hat jedoch ihren Preis. Home Depot kaufte zuletzt Unternehmen wie den GMS-Konzern oder den HVAC-Spezialisten Mingledorff’s. GMS steuerte allein im ersten Quartal bereits 1,3 Milliarden Dollar zum Umsatz bei. Der Gesamtumsatz kletterte derweil um fast fünf Prozent auf 41,8 Milliarden Dollar.

Die Integrationen belasten allerdings kurzfristig die Profitabilität. Die operative Marge sank im Jahresvergleich von 12,9 auf 11,9 Prozent. Auch die Bruttomarge gab leicht auf 33 Prozent nach. Dennoch bleibt der strategische Fokus auf der Konsolidierung des Handwerker-Ökosystems bestehen. Nur so lässt sich die aktuelle Schwäche im Wohnungsbau langfristig ausgleichen.

Erholung an der Börse

An der Börse fasst die Aktie langsam wieder Fuß. Mit aktuell 302,25 Euro liegt der Kurs deutlich über dem 50-Tage-Schnitt von 279,88 Euro. Vom 52-Wochen-Hoch bei 360,60 Euro bleibt das Papier dennoch ein gutes Stück entfernt. Die Quartalsdividende von 2,33 Dollar pro Aktie bietet Anlegern eine verlässliche Ausschüttung. Das Unternehmen hält obendrein eine Ermächtigung für Aktienrückkäufe über rund 11 Milliarden Dollar.

Für das Geschäftsjahr 2026 hält der Vorstand an seinen Zielen fest. Er erwartet ein Umsatzwachstum zwischen 2,5 und 4,5 Prozent. Etwa 15 neue Filialen sollen im weiteren Jahresverlauf eröffnen. Die Investitionen steigen parallel dazu auf rund 4,0 Milliarden Dollar an. Das Kapital fließt vor allem in die Lieferkette und das Profi-Vertriebsnetz.