Der Countdown läuft. Honeywell steht kurz vor der Aufspaltung – und die Aktie zeigt sich nervös. Nach einer schwächeren Woche notiert das Papier am Donnerstag bei 180,18 Euro, ein Plus von knapp einem Prozent. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie noch gut sieben Prozent im Plus, auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Minus von mehr als acht Prozent.

Aerospace-Abspaltung für Ende Juni bestätigt

Der entscheidende Schritt kommt noch diesen Monat. Am 29. Juni 2026 erhalten die Aktionäre für je zwei Honeywell-Aktien eine Aktie der neuen Luftfahrttochter. Diese wird künftig unter dem Kürzel HONA handeln. Parallel dazu führt Honeywell einen Reverse Split im Verhältnis 1:2 durch.

Zwei schlankere Unternehmen entstehen. Die Frage ist: Wie reagieren die Anleger darauf? Bisher überwiegt Vorsicht. Die Aktie notiert rund fünf Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt und mehr als 15 Prozent unter dem Jahreshoch von 213 Euro.

Management hält an Prognose fest

Trotz des Umbruchs bleibt der Konzern zuversichtlich. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Honeywell mit Umsätzen zwischen 38,8 und 39,8 Milliarden Dollar. Beim bereinigten Gewinn je Aktie peilt das Management 10,35 bis 10,65 Dollar an.

Die verbleibende Gesellschaft Honeywell Technologies gibt einen eigenen Ausblick. Sie erwartet Erlöse von 19,9 bis 20,2 Milliarden Dollar. Das organische Wachstum soll bei zwei bis drei Prozent liegen. Die 27-jährige Dividendenhistorie bleibt erhalten.

KI-Innovation als zweites Standbein

Während die Spaltung im Fokus steht, treibt Honeywell die Digitalisierung voran. Mit „Experion Cognition“ bringt der Konzern eine KI-Plattform für autonome Leitwarten auf den Markt. Sie soll Prozessanomalien vorhersagen, bevor kritische Anlagenschwellen erreicht werden. Die kommerzielle Verfügbarkeit ist für das dritte Quartal geplant.

CEO Vimal Kapur sieht das Unternehmen gut aufgestellt, um geopolitische Risiken abzufedern. Belastungen aus regionalen Spannungen im laufenden Quartal sollen bis Jahresende ausgeglichen werden. Ob die Börse das genauso sieht, wird sich in den nächsten Wochen zeigen – zunächst steht der Spin-off-Termin im Mittelpunkt.