Der Logistikdienstleister Hub Group hat gestern nach Börsenschluss einen schwerwiegenden Buchhaltungsfehler eingeräumt. Die Aktie notiert aktuell bei 51,33 Dollar – doch gleich zwei renommierte Analysten sehen die Aktie nach der Enthüllung massiv überbewertet.
77 Millionen Dollar falsch verbucht
Das Problem ist substanziell: Hub Group hat Transportkosten und Verbindlichkeiten in den ersten drei Quartalen 2025 um insgesamt 77 Millionen Dollar zu niedrig ausgewiesen. Die tatsächlichen Kosten für Transport und Lagerhaltung werden nach der Korrektur deutlich höher liegen – eine genaue Bezifferung konnte das Unternehmen bislang nicht vorlegen.
Die Konsequenz: Die Finanzergebnisse der ersten neun Monate 2025 müssen komplett revidiert werden. Vollständige, geprüfte Jahreszahlen für 2025 bleiben auf unbestimmte Zeit aus. Für Investoren bedeutet das Unsicherheit über die tatsächliche Ertragskraft des Unternehmens.
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Analysten ziehen Reißleine
Baird reagierte prompt und stufte Hub Group von „Outperform“ auf „Neutral“ herab. Das neue Kursziel von 29 Dollar liegt 44 Prozent unter dem aktuellen Kurs. Noch drastischer fiel die Einschätzung von Stifel aus: Die Investmentbank senkte das Rating direkt auf „Sell“ und halbierte das Kursziel von 52 auf 27 Dollar.
Stifel-Analyst rechnet damit, dass sich der Buchhaltungsfehler auch im vierten Quartal 2025 fortsetzt. Auf Basis konservativer Annahmen schätzt er einen Gewinn je Aktie von 1,75 Dollar für 2027 – das würde ein Abwärtspotenzial von rund 47 Prozent vom aktuellen Niveau bedeuten.
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Schwierige Ausgangslage verschärft sich
Die Situation kommt zur Unzeit. Hub Group kämpft bereits mit schwachen Bruttomargen von nur 11,38 Prozent. Der konsolidierte Umsatz sank im vierten Quartal 2025 um 7 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar. Die Hoffnung lag auf der Strategie, Lkw-Frachten auf die Schiene zu verlagern – doch diese Konversionsdynamik verliert an Schwung, nachdem die Vergleichswerte aus dem Vorjahr immer anspruchsvoller werden.
Erschwerend kommt hinzu: Nach starkem Containeraufkommen in der ersten Jahreshälfte 2025 ging der Verkehr an der Westküste ab August im Jahresvergleich zurück. Die Peak-Season fiel schwächer aus als bei Wettbewerber J.B. Hunt, die Zuschlagserlöse blieben hinter den Erwartungen zurück.
Trotz dieser Entwicklung hatte die Aktie am Mittwoch noch ihr 52-Wochen-Hoch bei 52,53 Dollar erreicht. Mit einem KGV von knapp 30 erscheint die Bewertung nach Bekanntwerden der Buchhaltungsprobleme nicht mehr zu rechtfertigen. Der Markt dürfte nun zunächst auf belastbare, geprüfte Zahlen warten – wann diese vorliegen, ist offen.
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