Barclays stuft IBM mit einem Kursziel von 350 Dollar als „Overweight“ ein — und trotzdem gibt die Aktie nach. Am Dienstag notiert das Papier in Frankfurt bei rund 263,65 Euro, ein Minus von gut vier Prozent. Der Rücksetzer kommt nach einem bemerkenswerten Lauf: In den vergangenen 30 Tagen hat die Aktie rund 34 Prozent zugelegt.
Barclays sieht IBM als Software-Compounder
Die Kernthese der britischen Investmentbank ist klar: IBM ist kein Technologiekonglomerat von gestern, sondern ein wachsender Anbieter von Unternehmenssoftware, Hybrid-Cloud-Infrastruktur und KI-Plattformen. Barclays erwartet mittelfristig organisches Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich. Hinzu kommt weiteres Margenpotenzial.
Entscheidend ist dabei die Kundenbasis. IBM’s Infrastruktursoftware ist tief in großen, oft regulierten Unternehmen verankert. Das macht Umsätze stabiler und Abwanderung teurer. Barclays beschreibt IBM als verlässlichen Gewinnkompressor mit zusätzlicher Fantasie aus dem Quantencomputing.
Quartalszahlen liefern die Substanz
Die Erstquartalszahlen 2026 stützen diese Einschätzung. IBM erzielte einen Umsatz von 15,9 Milliarden Dollar — ein Plus von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Softwaresegment wuchs um elf Prozent auf 7,1 Milliarden Dollar und ist damit der größte Unternehmensbereich.
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Innerhalb des Segments liefen besonders Hybrid Cloud mit plus 13 Prozent und das Datensegment mit plus 19 Prozent stark. Die operative Bruttomarge verbesserte sich auf 57,7 Prozent, ein Zuwachs von 110 Basispunkten. Der freie Cashflow stieg auf 2,2 Milliarden Dollar.
Für das Gesamtjahr hält IBM an seiner Prognose fest: konstantes Umsatzwachstum von mehr als fünf Prozent und ein Anstieg des freien Cashflows um rund eine Milliarde Dollar.
Dividende und Schulden im Blick
IBM schüttete im ersten Quartal 1,6 Milliarden Dollar an Dividenden aus. Ab dem 10. Juni erhalten Aktionäre 1,69 Dollar je Aktie als reguläre Quartalsdividende.
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Auf der anderen Seite steht eine Gesamtverschuldung von 66,4 Milliarden Dollar — davon allein 12,8 Milliarden im Finanzierungsgeschäft. Dem gegenüber stehen liquide Mittel und Wertpapiere von 11,8 Milliarden Dollar. Das Verhältnis bleibt eine der zentralen Kennzahlen, die Investoren im Auge behalten.
Gewinnmitnahmen nach starkem Lauf
Der RSI liegt bei 72,6 — technisch überkauft. Nach einem 22-prozentigen Anstieg in nur sieben Tagen ist der heutige Rücksetzer keine Überraschung. Das 52-Wochen-Hoch von 275 Euro wurde erst gestern markiert.
Am 22. Juli legt IBM vorläufige Zahlen für das zweite Quartal vor. Bis dahin wird der Markt die Barclays-These an drei Größen messen: Softwarewachstum, Margenentwicklung und Cashflow-Lieferung.
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