Am Freitag verlor die IBM-Aktie 2,5 Prozent und ging bei 201,90 Euro aus dem Handel. Auslöser des Kursrückgangs waren Medienberichten zufolge Gewinnmitnahmen nach der endgültigen Bestätigung staatlicher Fördergelder für die Quantentechnologie des Konzerns.

Marktteilnehmer hatten die Unterstützung der US-Regierung bereits im Vorfeld eingepreist, sodass die offizielle Besiegelung kurzfristig orientierte Akteure und institutionelle Investoren zu Verkäufen veranlasste.

Gegenstand der Meldung war die Tochtergesellschaft Anderon LLC. Das Unternehmen finalisierte am Mittwoch einen Förderzuschlag über eine Milliarde US-Dollar nach dem CHIPS and Science Act mit dem US-Handelsministerium. Die Mittel fließen in den Ausbau einer Fertigung für Quantenwafer.

Zurückhaltung bei Unternehmensausgaben bremst

Die Verkäufe trafen auf ein ohnehin vorsichtiges Umfeld. Grundlegende Unsicherheiten bei den Technologieausgaben von Unternehmenskunden belasten die Stimmung weiterhin. Das Interesse der Anleger richtet sich vor allem auf die Segmente Transaktionsverarbeitung und Software. Dort hatten zeitliche Verschiebungen bei Vertragsabschlüssen das Management zuvor veranlasst, die Erwartungen für das Gesamtjahr zu dämpfen.

Bereits im Sommer hatte diese Entwicklung die Bilanz belastet. Im zweiten Quartal 2026 verfehlte IBM die Markterwartungen mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 2,93 US-Dollar bei einem Umsatz von 17,16 Milliarden US-Dollar. Die Unternehmensführung senkte daraufhin das Ziel für das jährliche Umsatzwachstum auf vier bis fünf Prozent. Mehrere verzögerte Kundenaufträge sollten nach damaligen Angaben in das dritte Quartal fallen.

Klarheit über den tatsächlichen Geschäftsverlauf bringt der nächste Quartalsbericht. IBM plant die Veröffentlichung der Zahlen für das dritte Quartal 2026 am 21. Oktober.

Fortschritte in der Quantensparte

Abseits des Tagesgeschäfts treibt der Konzern die Entwicklung neuer Technologien voran. Anfang September vermeldete IBM einen 25-fachen Durchsatzgewinn im Quantencomputing. Zudem vereinbarte das Unternehmen mit Lockheed Martin die Einrichtung eines gemeinsamen Innovationszentrums an der ETH Zürich. Vor rund zwei Wochen hatte IBM darüber hinaus gemeinsam mit Microsoft einen Gesetzentwurf zur Förderung der US-Quantenbranche unterstützt.

Die langfristigen Weichenstellungen vermochten die kurzfristige Skepsis am Markt vor dem Wochenende jedoch nicht aufzufangen. Seit Jahresanfang summiert sich das Minus der Aktie auf 22 Prozent. Marktteilnehmer warten nun auf Belege dafür, dass die verschobenen Kundenaufträge in den kommenden Monaten tatsächlich verbucht werden können.