IBM Aktie: Rückschritte statt Fortschritte?

IBM verzeichnet bestes Quartal der Geschichte, doch der Aktienkurs fällt weiter. Analysten sehen Risiken durch KI-Kannibalisierung und geopolitische Unsicherheiten.

IBM Aktie
Kurz & knapp:
  • Umsatz steigt um 9,5 Prozent
  • Infrastrukturgeschäft wächst deutlich
  • KI-Modelle bedrohen Beratungssparte
  • Dividende zum 31. Mal erhöht

Starke Zahlen, schwacher Kurs. IBM lieferte zum Jahresauftakt 2026 das beste Quartalsergebnis seiner Geschichte — und die Aktie verlor trotzdem. Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 21 Prozent an Wert verloren und notiert mit etwa 196 Euro deutlich unter seinem 200-Tage-Durchschnitt.

Zahlen über Erwartungen, Ausblick unverändert

Der Umsatz kletterte im ersten Quartal um 9,5 Prozent auf 15,92 Milliarden Dollar. Analysten hatten mit 15,60 Milliarden gerechnet. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,91 Dollar — zehn Cent über dem Konsens.

Besonders stark: Das Infrastrukturgeschäft wuchs um 15 Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar. Treiber war der IBM-Z-Mainframe-Bereich mit einem Plus von 51 Prozent. Software legte 11 Prozent auf 7,1 Milliarden Dollar zu. Das Beratungsgeschäft wuchs um 4 Prozent auf 5,27 Milliarden Dollar — knapp unter den Erwartungen.

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Trotz dieser Zahlen hob IBM-Chef Arvind Krishna die Jahresprognose nicht an. Der Konzern hält am Ziel fest: mehr als 5 Prozent Umsatzwachstum auf konstanter Währungsbasis und rund eine Milliarde Dollar mehr freier Cashflow. Krishna verwies auf geopolitische Risiken — insbesondere den Konflikt im Nahen Osten — sowie eine wirtschaftliche Abkühlung in Europa. Steigende Ölpreise könnten die Inflation antreiben und Großkunden wie Walmart zu Kürzungen bei IT-Ausgaben veranlassen.

KI als Bedrohung für das eigene Geschäft

Das eigentliche Problem liegt woanders. Wall Street fürchtet, dass neue KI-Modelle wie Anthropic Claude Code oder IBMs eigenes Mythos-Modell das Beratungsgeschäft des Konzerns kannibalisieren — vor allem bei COBOL-basierten Altsystemen. Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren.

Hinzu kommt: IBM aktualisierte seine Kennzahl für generative KI-Buchungen nicht. Zuletzt stand dieser Wert bei 12,5 Milliarden Dollar. Das Schweigen darüber ließ Raum für Spekulationen.

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Analysten uneins, Dividende stabil

Die Meinungen der Analysten gehen weit auseinander. DZ Bank stufte die Aktie auf „Kaufen“ hoch und nannte ein Kursziel von 295 Dollar — gestützt auf den Mainframe-Zyklus und das Softwarewachstum. Jefferies senkte sein Ziel von 370 auf 320 Dollar. BMO Capital reduzierte auf 270 Dollar. Der Konsens liegt bei „Moderater Kauf“ mit einem durchschnittlichen Kursziel von 300,25 Dollar.

Ertragsorientierte Investoren finden Halt bei der Dividende. IBM erhöhte die Quartalszahlung zum 31. Mal in Folge — auf 1,69 Dollar je Aktie. Die aktuelle Dividendenrendite liegt bei rund 2,9 Prozent.

Die entscheidende Frage für die Kurserholung lautet: Kann IBM zeigen, dass Watsonx und die übrigen KI-Initiativen das Beratungsgeschäft stärken statt ersetzen? Immerhin nutzen bereits 95 Prozent der Fortune-500-Unternehmen die Plattform. Ob das reicht, um das Vertrauen der Märkte zurückzugewinnen, wird spätestens mit den nächsten Quartalszahlen auf die Probe gestellt.

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