IBM hat im dritten Quartal geliefert, doch ein Teil des Gewinnsprungs kommt nicht aus dem operativen Geschäft. Die Aktie gab im frühen Handel dennoch rund 4,6 Prozent auf etwa 239,81 Dollar nach. Der Grund liegt weniger in den Zahlen als in dem, was sie nicht enthalten.
Beat bei Umsatz und Gewinn
Der Umsatz stieg auf 17,1 Milliarden Dollar und lag damit klar über den Erwartungen von rund 16,84 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 2,95 Dollar, Analysten hatten mit etwa 2,85 Dollar gerechnet. Der Nettogewinn aus fortgeführten Geschäften kletterte auf rund 2,2 Milliarden Dollar, nach 1,7 Milliarden im Vorjahr.
Allerdings half die Steuer kräftig nach: Die Quote fiel von 28,2 auf 11,9 Prozent. Ohne diesen Effekt wäre der Gewinnzuwachs deutlich kleiner ausgefallen.
Software wächst, Mainframe schwächelt
Die Softwaresparte legte um acht Prozent auf 7,8 Milliarden Dollar zu, bei konstanten Wechselkursen waren es neun Prozent. Red Hat wuchs um 11 Prozent, der OpenShift-Umsatz sogar um mehr als 30 Prozent. Die Marge der Sparte stieg um gut zwei Prozentpunkte.
Marktbeobachter relativieren das Bild. Rechnet man den Zukauf Confluent heraus, bleiben bei der Software aus eigener Kraft nur gut drei Prozent. Finanzchef James Kavanaugh erklärte zudem, dass rund ein Viertel des Wachstums auf zuvor verschobene Großaufträge entfiel. Die Stärke im Transaktionsgeschäft hänge am Timing der Mainframe-Nachfrage und könne sich nicht im gleichen Maß wiederholen.
Das Großrechnergeschäft IBM Z verlor rund 20 Prozent. Der Vergleich ist allerdings verzerrt, denn im Vorjahresquartal hatte der Start der Generation z17 den Umsatz stark nach oben getrieben. Die Infrastruktursparte wuchs trotzdem um vier Prozent, getragen von Power-Systemen und Speicher. Das Beratungsgeschäft stagnierte bei 5,3 Milliarden Dollar.
Prognose: Cashflow rauf, Umsatzziel unverändert
Beim freien Zahlungsmittelfluss wird IBM zuversichtlicher. Er soll 2026 um mehr als eine Milliarde Dollar steigen, bisher war von rund einer Milliarde die Rede. Das Umsatzziel von vier bis fünf Prozent Wachstum bei konstanten Wechselkursen bleibt dagegen unangetastet. Für die Software peilt das Management sieben bis acht Prozent an.
Dass IBM trotz beschleunigten Wachstums das Umsatzziel nicht anhebt, dürfte viele Anleger enttäuscht haben.
Charttechnik nach dem Rücksetzer
Am Mittwoch hatte die Aktie bei 251,46 Dollar geschlossen und erstmals seit dem Kurseinbruch im Juli die 200-Tage-Linie bei rund 251 Dollar zurückerobert. Nachbörslich rutschte sie wieder darunter.
Die nächste Unterstützung liegt bei der 50-Tage-Linie um 232 Dollar, dahinter folgt das Oktobertief bei etwa 218 Dollar. Fällt der Kurs unter die 50-Tage-Linie, wäre die Erholung seit Oktober gebrochen.
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