IBM geht mit viel operativem Rückenwind ins Jahr 2026 – und trotzdem wirkt die Aktie zuletzt angeschlagen. Der Grund liegt weniger in den vergangenen Quartalszahlen, sondern in der Frage, wie robust IBMs Geschäft ist, wenn KI schneller als erwartet klassische Modernisierungsthemen angreift. Gleichzeitig setzt der Konzern mit Zukäufen, neuen KI-Produkten und einer Governance-Überarbeitung klare Akzente.
Warum die Aktie trotz guter Zahlen unter Druck steht
Auslöser für die Nervosität ist ein konkreter KI-Impuls aus dem Markt: Anthropic kündigte an, bei der Modernisierung von COBOL helfen zu können. Genau dort ist IBM traditionell stark – viele Großunternehmen betreiben kritische Systeme auf dieser Basis und verlassen sich bei Wartung und Erneuerung auf etablierte Partner. Die Sorge: Wenn KI-Tools diesen Bereich schneller und günstiger aufmischen, könnte das mittelfristig auf Teile von Consulting- und Mainframe-nahem Geschäft drücken.
Am Freitag schloss die Aktie bei 223,00 Euro. In den vergangenen sieben Tagen ging es zwar spürbar nach oben, dennoch liegt der Kurs klar unter den gleitenden Durchschnitten (50 und 200 Tage) – ein Hinweis darauf, dass der übergeordnete Trend zuletzt eher Gegenwind hatte.
Operative Stärke: Rekorde bei Software und KI
Fundamental lieferte IBM zum Jahresende 2025 robuste Ergebnisse. Im vierten Quartal meldete der Konzern 19,7 Mrd. US-Dollar Umsatz, ein Plus von 12% gegenüber dem Vorjahr (währungsbereinigt 9%). Treiber waren Software (+14%) und Infrastruktur (+21%). Für das Gesamtjahr kamen 67,5 Mrd. US-Dollar Umsatz zusammen (+8%; währungsbereinigt 6%), der Free Cashflow stieg auf 14,7 Mrd. US-Dollar.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei IBM?
Auch beim Ergebnis übertraf IBM die Erwartungen: Das EPS lag bei 4,52 US-Dollar (Konsens: 4,33), der Umsatz bei 19,69 Mrd. US-Dollar (erwartet: 19,23). Ein wichtiger Punkt für die Story 2026: Software macht inzwischen rund 45% des Geschäfts aus und wuchs 2025 um 9% – laut Unternehmen der höchste jährliche Software-Zuwachs in der IBM-Historie. Zudem meldete IBM einen GenAI-„Book of Business“ von über 12,5 Mrd. US-Dollar.
Im Consulting zeigt der Auftragsbestand ebenfalls Richtung KI: Der Backlog liegt bei 32 Mrd. US-Dollar, mehr als 25% davon sind GenAI-bezogen. Das stützt die Zielsetzung, im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich zu wachsen und gleichzeitig die Margen zu verbessern.
Confluent-Deal und Governance: Das Jahr der Umsetzung
Strategisch sticht vor allem die geplante Übernahme von Confluent heraus. IBM will alle ausstehenden Aktien für 31 US-Dollar je Aktie kaufen, Unternehmenswert: 11 Mrd. US-Dollar. Der Deal ist laut beiden Seiten beschlossen, große Anteilseigner (rund 62% der Confluent-Aktien) unterstützen ihn. Abschluss soll – vorbehaltlich der Kartellprüfung – bis Mitte 2026 erfolgen. IBM erwartet, dass die Transaktion im ersten vollen Jahr nach Closing das bereinigte EBITDA erhöht und im zweiten Jahr den Free Cashflow.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei IBM?
Parallel schärft IBM die Führung und Struktur: Seit dem 1. März sitzt Ramon L. Laguarta (CEO von PepsiCo) im Board. Zudem wurden die Corporate Bylaws Anfang März angepasst, um Aktionärsrechte und „Proxy Access“ zu stärken – was zwar Mitsprache erleichtert, IBM aber auch anfälliger für aktivistische Investoren machen kann.
Operativ flankiert IBM das mit neuen KI-Initiativen. Genannt werden unter anderem ein Vertrag über 112 Mio. US-Dollar mit der Defense Commissary Agency (Modernisierung elektronischer Regaletiketten weltweit) sowie „Bob 1.0“, ein KI-gestützter Coding-Copilot für die IBM‑i‑Installationsbasis zur Code-Modernisierung. Die Richtung ist klar: Enterprise-KI, Hybrid Cloud und datengetriebene Plattformen sollen stärker monetarisiert werden – auch als Antwort auf genau den KI-Wettbewerbsdruck, der Anleger derzeit umtreibt.
Der nächste Meilenstein ist der erwartete Abschluss der Confluent-Übernahme bis Mitte 2026: Dann muss IBM zeigen, dass die Integration die versprochenen Effekte liefert – und dass KI nicht nur Partnerschaften und Produktnamen produziert, sondern nachhaltig Umsatz und Cashflow über die installierte Basis hebt.
IBM-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue IBM-Analyse vom 9. März liefert die Antwort:
Die neusten IBM-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für IBM-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 9. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
IBM: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...


