Gute Zahlen, höhere Prognose, trotzdem deutlich im Minus: Bei Illumina zeigt sich, wie wenig Spielraum eine ambitionierte Bewertung lässt. Die Aktie verliert am Freitag zeitweise rund 18 Prozent und gehört damit zu den schwächsten Titeln im S&P 500.

Zahlen im Rahmen, Prognose darüber

Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 4,2 Prozent auf 1,13 Milliarden Dollar. Das lag knapp unter der Analystenschätzung von 1,15 Milliarden Dollar. Ohne Zollerstattungen kam das Unternehmen auf 1,17 Milliarden Dollar.

Bei der Profitabilität überzeugte Illumina. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag ohne Zollerstattungen bei 1,44 Dollar, erwartet waren 1,36 Dollar. Die bereinigte Bruttomarge erreichte 69,4 Prozent, ebenfalls über der Markterwartung von 68,7 Prozent. Auch der freie Cashflow legte kräftig zu und erreichte 378 Millionen Dollar nach 253 Millionen Dollar im Vorjahresquartal.

Konzernchef Jacob Thaysen verwies auf gesunde klinische Nachfrage und starke Platzierungen des NovaSeq X. Entsprechend hob das Unternehmen die Jahresziele an.

Höhere Ziele, hohe Messlatte

Für 2026 erwartet Illumina nun einen Umsatz von 4,64 bis 4,66 Milliarden Dollar, zuvor waren es 4,60 bis 4,64 Milliarden. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll bei 5,40 bis 5,45 Dollar liegen, bisher peilte das Management 5,30 bis 5,40 Dollar an. Beide Spannen liegen über den Markterwartungen.

Warum also der Abverkauf? Marktbeobachter verweisen auf die Bewertung. Selbst am oberen Ende der neuen Gewinnspanne kommt die Aktie noch auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 44. Nach der starken Neubewertung der vergangenen Monate reichte ein Quartal im Rahmen der Erwartungen offenbar nicht aus, um diesen Aufschlag zu rechtfertigen. Der leichte Umsatzfehlbetrag dürfte die Stimmung zusätzlich belastet haben.

Belastungsfaktoren bleiben

Das organische Wachstum liegt mit 4,8 Prozent im Quartal im mittleren einstelligen Bereich. Das Geschäft in China bleibt wegen der Aufnahme auf Pekings Liste unzuverlässiger Unternehmen ein Unsicherheitsfaktor, ebenso die Zollthematik. Die Zollerstattungen verzerren zudem den Vergleich: Sie stützten die ausgewiesene Marge, während das Unternehmen einen Teil davon an Kunden weitergeben will.

Kurzfristig dürfte sich an der Debatte wenig ändern. Die Prognose von 5,40 bis 5,45 Dollar je Aktie setzt die Messlatte für das Schlussquartal, an dem sich zeigt, ob die Bewertung nach dem Kursrutsch Halt findet.