Starke Verkaufszahlen, schwache Kurse. Bei ImmunityBio klaffen Realität und Stimmung derzeit weit auseinander. Das Biotech-Unternehmen meldet für das erste Quartal einen Rekordumsatz. Anleger schickten die Aktie am Freitag dennoch um mehr als acht Prozent in den Keller.
Sprung bei den Einnahmen
Das operative Geschäft liefert gute Argumente. ImmunityBio nahm im ersten Quartal 2026 vorläufig rund 44,2 Millionen US-Dollar ein. Das entspricht einem Plus von 168 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Auch im Vergleich zum Vorquartal stiegen die Erlöse um 15 Prozent. Das Krebsmittel Anktiva treibt dieses Wachstum an. Das Medikament ist in rund 34 Ländern zugelassen.
Parallel dazu laufen die klinischen Studien weiter. ImmunityBio hat die wichtige Quilt-2.005-Studie mittlerweile vollständig rekrutiert. Das Unternehmen plant noch in diesem Jahr einen ergänzenden Zulassungsantrag für Anktiva.
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Teurer Podcast bringt juristischen Ärger
Die operative Stärke rückt angesichts wachsender rechtlicher Risiken in den Hintergrund. Im Januar trat Gründer Patrick Soon-Shiong in einem Podcast auf. Dort behauptete er, Anktiva könne alle Krebsarten behandeln.
Die US-Gesundheitsbehörde FDA stufte diese Aussage als irreführend ein. Sie reagierte mit einem offiziellen Warnbrief. Daraufhin formierte sich massiver Widerstand von Investorenseite.
Aktionäre reichten eine Sammelklage gegen das Unternehmen ein. Mehrere Anwaltskanzleien suchen aktuell nach weiteren Klägern. Die Frist für die Benennung eines Hauptklägers endet am 26. Mai 2026.
Hoher Cashburn und Rückschläge
Die rechtlichen Probleme treffen auf eine angespannte finanzielle Lage. ImmunityBio verbrennt weiterhin viel Geld. Der freie Cashflow lag zuletzt bei minus 71,7 Millionen US-Dollar.
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Um die Bilanz zu stärken, sicherte sich das Management frisches Kapital. ImmunityBio rief 75 Millionen US-Dollar aus einer bestehenden Vereinbarung ab. Zusätzlich wandelte der Konzern Schulden in 4,6 Millionen neue Aktien um.
Der Markt bewertet das Unternehmen aktuell mit 5,27 Milliarden US-Dollar. Das entspricht dem 73-Fachen des Jahresumsatzes. Diese hohe Bewertung lässt wenig Spielraum für Fehler. Die Folge: Jeder Rückschlag wird hart bestraft.
Ein weiteres Problem liefert die klinische Forschung. Neue Daten aus einer Phase-2-Studie zu Glioblastomen enttäuschten den Markt. Nach den neuen Studiendaten brach die Aktie um rund zwölf Prozent ein.
ImmunityBio muss nun Vertrauen zurückgewinnen. Das Unternehmen verfügt über liquide Mittel von knapp 381 Millionen US-Dollar. In den kommenden Wochen veröffentlicht der Konzern den vollständigen Quartalsbericht. Anleger warten hier auf konkrete Details zur juristischen Verteidigungsstrategie.
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