ImmunityBio: 50 Millionen für Fill-Finish-Ausrüstung

ImmunityBio darf Produktionsanlage in Dunkirk weiterbauen, kämpft aber parallel mit FDA-Abmahnung und Sammelklage. Anktiva-Umsatz steigt deutlich.

ImmunityBio Aktie
Kurz & knapp:
  • Grünes Licht für Fabrikausbau
  • Anktiva-Umsatz steigt rasant
  • FDA-Warnschreiben belastet Aktie
  • Sammelklage gegen Unternehmen eingereicht

Über 100 Millionen Dollar investiert, ein Bauunternehmer insolvent, jahrelanger Stillstand — jetzt kommt Bewegung in das Produktionswerk von ImmunityBio im US-Bundesstaat New York. Die Behörde des Chautauqua County hat einstimmig grünes Licht für den Weiterbau der Anlage in Dunkirk gegeben. Das ist ein handfester Fortschritt für ein Unternehmen, das gleichzeitig mit einer FDA-Abmahnung und einer Sammelklage kämpft.

Fabrik, Meilensteine, Verpflichtungen

Im Februar übernahm ImmunityBio das Leasingrecht an der pharmazeutischen Produktionsstätte in Dunkirk von Athenex. Die Anlage verfügt über Upstream- und Downstream-Verarbeitung, Fill-Finish-Kapazitäten sowie großtechnische Lyophilisierung — alles für die US-Produktion von Anktiva, dem Kernprodukt des Unternehmens.

Der neue Pachtvertrag enthält klare Auflagen: 525.000 Dollar Jahresmiete, mindestens 40 Millionen Dollar für Verbesserungen der Anlage, mindestens 100 Mitarbeiter bis Ende 2028 und 450 bis 2032. New York State hat den Vertrag als einjährig verlängerbar strukturiert — wer die Ziele verfehlt, riskiert die Nichtverlängerung. Erfüllt ImmunityBio alle Pflichten, kann das Unternehmen die Anlage am 1. Januar 2029 für einen symbolischen Dollar kaufen.

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Der nächste konkrete Schritt ist die Installation von Fill-Finish-Ausrüstung im Wert von 50 Millionen Dollar, gefolgt von der regulatorischen Zertifizierung. CEO Richard Adcock rechnet mit weiteren Investitionen in Höhe von „Zehn- bis Hunderten von Millionen Dollar“. Erste Einstellungen laufen bereits: Mindestens 19 Stellen in den Bereichen Engineering, Wissenschaft und Qualitätssicherung sind ausgeschrieben.

Anktiva wächst, doch die Rechtslage belastet

Das Umsatzwachstum gibt dem Expansionskurs Rückendeckung. Im ersten Quartal 2026 erzielte Anktiva einen vorläufigen Nettoumsatz von 44,2 Millionen Dollar — ein Plus von 168 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr 2025 lag der Nettoumsatz bei 113 Millionen Dollar, siebenmal mehr als 2024. Das Produkt ist inzwischen in 34 Ländern und Territorien zugelassen, darunter 27 EU-Mitgliedstaaten sowie Saudi-Arabien.

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Die rechtliche Lage trübt das Bild jedoch erheblich. Am 24. März 2026 wurde ein FDA-Warnschreiben vom 13. März öffentlich, das dem Unternehmen vorwirft, Anktiva in einer TV-Werbung und einem Podcast falsch dargestellt zu haben — ein Verstoß gegen das US-Arzneimittelrecht. Parallel läuft eine Wertpapier-Sammelklage gegen ImmunityBio; die Frist zur Anmeldung als Hauptkläger endet am 26. Mai 2026.

Was als Nächstes zählt

Trotz der Belastungen steht ImmunityBio mit einer Kassenposition von rund 381 Millionen Dollar nicht unter unmittelbarem Liquiditätsdruck. Sieben Analysten bewerten die Aktie im Schnitt mit „Strong Buy“ und sehen das Kursziel bei 12,57 Dollar — rund 80 Prozent über dem letzten Schlusskurs von 6,96 Dollar.

Auf der operativen Agenda stehen die Q1-Zahlen im Mai sowie eine geplante Biologics-License-Application-Einreichung für das vierte Quartal 2026. Ob die Dunkirk-Anlage bis dahin zertifiziert ist, bleibt offen — die Zertifizierungsschritte nach der Geräteinstallation können Monate in Anspruch nehmen.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.