ImmunityBio liefert dieses Jahr ein extremes Börsenschauspiel. Der Kurs schoss seit Januar um beeindruckende 369 Prozent in die Höhe. Parallel dazu häuft das Biotech-Unternehmen massive Verluste an. Leerverkäufer wetten nun massiv gegen die Papiere.
Ein genauer Blick auf die Marktdaten zeigt eine riskante Konstellation. Rund 13 Prozent der frei handelbaren Aktien sind leerverkauft. Die Kennzahl für die Leerverkaufsquote liegt bei knapp zwölf Tagen. Müssen Spekulanten ihre Positionen schließen, dauert das bei durchschnittlichem Handelsvolumen entsprechend lange. Die Folge: ein klassischer Nährboden für einen Short Squeeze. Zum Wochenende schloss das Papier leicht im Minus bei 8,15 Euro.
Starkes Wachstum, tiefrote Zahlen
Den rasanten Kursgewinnen stehen schwache Fundamentaldaten gegenüber. Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr zwar um 352 Prozent. Dennoch verbucht ImmunityBio einen massiven operativen Verlust von rund 261 Millionen US-Dollar. Die operative Marge liegt tief im negativen Bereich.
Analysten äußern Bedenken bezüglich der langfristigen Finanzierung. Alles hängt jetzt am Hauptprodukt ANKTIVA. Die Markteinführung dieses Immuntherapeutikums verläuft bisher langsamer als vom Markt erwartet.
Indikatoren warnen vor Rückschlag
Auch charttechnisch wird die Luft dünner. Der Relative-Stärke-Index (RSI) steht aktuell bei 71,4 Punkten. Damit gilt die Aktie als klar überkauft. Der Kurs notiert spürbar über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 6,63 Euro.
Bis zum 52-Wochen-Hoch bei 10,54 Euro aus dem späten Februar fehlt allerdings noch ein Stück. Die extrem hohe Volatilität verdeutlicht das spekulative Umfeld. Jeder neue Datenpunkt zum ANKTIVA-Verkauf kann den Kurs heftig bewegen.
Der Fokus der Investoren liegt nun vollständig auf diesen kommenden Verkaufszahlen. Das Management muss dringend die Liquidität sichern, um die operativen Verluste aufzufangen. Hält die charttechnische Unterstützung am 50-Tage-Durchschnitt nicht, droht eine schnelle und scharfe Konsolidierung. Bei positiven Unternehmensmeldungen könnte der hohe Leerverkaufsbestand den Kurs hingegen weiter nach oben zwingen.
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