Zwei Nachrichten, ein klares Signal: Infineon hat am Dienstag mit einer Technologiepremiere und einer markanten Analystenrevision zugleich punktet. Der Kurs kletterte auf ein neues 52-Wochen-Hoch — und das nach einem Jahresplus von bereits über 129 Prozent.
Jefferies hebt Kursziel auf 96 Euro
Analyst Janardan Menon von Jefferies hat das Kursziel von 75 auf 96 Euro angehoben und bleibt bei „Buy“. Seine Begründung: Infineon profitiere im Geschäftsjahr 2026/2027 von wachsender Nachfrage, höheren Kapazitäten und steigenden Preisen im Power-Management für KI-Anwendungen. Menon liegt mit seinen Gewinnschätzungen für die Geschäftsjahre 2026/2027 und 2027/2028 rund 11 Prozent über dem Marktkonsens — ein klarer Hinweis, dass er die Stärke des Zyklus früher einpreist als die meisten Kollegen.
Hinzu kommt der Automotive-Rückenwind. Der Analyst sieht den Aufschwung im Auto- und Industriegeschäft als zusätzlichen Treiber, der die KI-Story flankiert.
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Weltpremiere im Rechenzentrum
Parallel dazu präsentierte Infineon das weltweit erste 24-kW-Battery-Backup-Unit-Referenzdesign, das direkt von einem Batteriestapel auf einen 800-V-DC-Bus arbeitet. Die Besonderheit: Es kombiniert 650-V- und 1200-V-Siliziumkarbid-Technologie, erreicht eine Leistungsdichte von 450 W/in³ und einen Wirkungsgrad von über 99 Prozent — im gleichen physischen Formfaktor wie heutige Niederspannungslösungen.
Das ist kein Nischenprodukt. Rechenzentren weltweit stellen gerade auf Hochspannungs-DC-Verteilung um, weil KI-Workloads den Energiebedarf massiv steigern. Infineon adressiert damit einen strukturellen Engpass — und nicht den ersten: Im Mai hatte das Unternehmen bereits den Beitritt zum NVIDIA MGX AI Factory Ecosystem angekündigt, inklusive Lieferung von Power-Management-Lösungen für 800-VDC-Architekturen.
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Strukturelle Nachfrage, kein Zufallszyklus
Dass STMicroelectronics zeitgleich seine Umsatzziele für die Rechenzentrumssparte anhob, ist kein Zufall. Es verdichtet das Bild: Die Nachfrage nach Leistungshalbleitern für KI-Infrastruktur ist kein kurzfristiger Boom, sondern ein struktureller Umbau der globalen Stromversorgungsarchitektur.
Die Aktie schloss gestern bei 87,85 Euro — neues 52-Wochen-Hoch, rund 58 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt. Vom Jahrestief im September 2025 bei 31,38 Euro hat sich der Kurs damit fast verdreifacht.
Nächste Bühne für Infineon ist die PCIM Europe vom 9. bis 11. Juni in Nürnberg, wo das Unternehmen sein SiC- und GaN-Portfolio für KI-Rechenzentren, Robotik und Elektromobilität präsentiert — und damit weitere Impulse für die laufende Investorendiskussion setzen dürfte.
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