Infineon Aktie: Deutsche Bank und Morgan Stanley auf 90/91 Euro

Analysten heben Kursziele für Infineon auf bis zu 91 Euro an. Der Chipkonzern profitiert von neuer KI-Strategie und NVIDIA-Partnerschaft.

Infineon Aktie
Kurz & knapp:
  • Neues 52-Wochen-Hoch bei über 81 Euro
  • Deutsche Bank und Morgan Stanley erhöhen Kursziele
  • Beitritt zum NVIDIA-MGX-Ökosystem
  • Aktie verdoppelt sich seit Jahresbeginn

Zwei Kurszielanhebungen binnen 24 Stunden — die Infineon-Aktie klettert am Freitag auf ein neues 52-Wochen-Hoch von 81,14 Euro. Der Halbleiterkonzern profitiert von einem fundamentalen Stimmungswandel: Analysten sehen das Unternehmen nicht mehr nur als Automobil-Zulieferer, sondern als direkten Profiteur der KI-Investitionswelle.

Deutsche Bank und Morgan Stanley erhöhen massiv

Johannes Schaller von der Deutschen Bank hob das Kursziel am 28. Mai von 70 auf 90 Euro an und bekräftigte seine Kaufempfehlung. Seine Begründung: Infineon agiere als zentraler „KI-Enabler“, insbesondere mit Leistungshalbleitern für KI-Rechenzentren, wo Energieeffizienz zum kritischen Erfolgsfaktor geworden sei.

Morgan Stanley zog nach und erhöhte das Kursziel von 63 auf 91 Euro bei unveränderter „Overweight“-Einstufung. Beide Häuser verweisen auf Potenziale bei Margen und Marktanteilen, die über die bisherigen Basisprognosen für 2027 hinausgehen — vor allem im Automobilsektor.

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Auslöser der Neubewertung war die „dbAccess European Champions Conference“ in Frankfurt. Dort hatte CEO Jochen Hanebeck für die zweite Jahreshälfte ein Wachstum in Aussicht gestellt, das die ursprünglichen Erwartungen übertrifft.

NVIDIA-Ökosystem als strategischer Hebel

Parallel dazu bestätigte Infineon am 29. Mai den Beitritt zum MGX-Ökosystem von NVIDIA, das den Aufbau von KI-Fabriken vorantreibt. Die strategische Positionierung führt dazu, dass sich der Konzern zunehmend von der schwächelnden allgemeinen Konjunktur abkoppelt und direkt von globalen KI-Investitionsprogrammen profitiert.

Eine Stimmrechtsmitteilung vom selben Tag zeigt wachsendes institutionelles Interesse: Morgan Stanley hat seine Position bei Infineon auf über fünf Prozent der Anteile ausgebaut.

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Technische Stärke ohne Überhitzungssignale

Der Kurs spiegelt die Dynamik eindrucksvoll wider. Mit einem Plus von 111,83 Prozent seit Jahresanfang hat sich die Aktie mehr als verdoppelt. Über zwölf Monate beträgt der Zuwachs 134 Prozent. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 96 Prozent, die Volatilität auf 30-Tage-Basis erreicht annualisiert knapp 56 Prozent.

Der Relative-Stärke-Index (RSI) notiert bei 56,1 — ein Wert, der technisch noch Spielraum nach oben signalisiert. Marktbeobachter sehen bisher kaum Anzeichen einer Überhitzung.

Am 5. August 2026 folgen die Zahlen für das dritte Geschäftsquartal. Bis dahin wird der Markt prüfen, ob die angekündigten Marktanteilsgewinne und Margenziele durch konkrete Auftragseingänge in den Segmenten Automobil und KI untermauert werden.

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