Fast 100 Prozent Kursplus in zwölf Monaten, Analysten überschlagen sich mit neuen Rekordzielen, und ein Umbau richtet den Konzern voll auf Künstliche Intelligenz aus. Bei Infineon jagt derzeit eine Erfolgsmeldung die nächste. Am Mittwoch steht die Rallye allerdings vor ihrem wichtigsten Stresstest.
Am Montag kletterte das Papier um fast drei Prozent auf 66,73 Euro. Damit notiert der Halbleiterwert nur noch hauchdünn unter seinem frischen Jahreshoch.
Seit Januar kennt der Kurs fast nur eine Richtung. Die Aktie hat sich weit von ihrem historischen Mittel gelöst und notiert gut 40 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt. Ein RSI-Wert von knapp 59 signalisiert, dass die extreme Überkauft-Situation der Vorwochen etwas abgekühlt ist.
Analysten sehen weiteres Potenzial
Große Investmentbanken trauen dem Dax-Konzern weitere Kurssprünge zu. Die Deutsche Bank hob ihr Ziel auf 70 Euro an. Analyst Johannes Schaller verweist auf den starken Jahresausblick und erwartet ein Schlussquartal deutlich über dem üblichen saisonalen Trend.
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Die Begründung der Experten ist einheitlich: KI-Server erfordern massiv effizientere Stromversorgungssysteme. Davon profitiert das Geschäft mit Power-Management-Lösungen. Auch andere Häuser zogen zuletzt nach:
- Jefferies: 75 Euro (zuvor 52 Euro)
- JPMorgan: 74 Euro (zuvor 48 Euro)
- Barclays: 63 Euro (zuvor 44 Euro)
Konzernumbau und Patentstreit
Passend zur KI-Fantasie strafft Infineon seine Strukturen. Ab Juli 2026 operiert das Unternehmen nur noch in drei statt vier Segmenten. Die neue Sparte „Power Systems“ bündelt dann alle Nicht-Automotive-Anwendungen, darunter die kritischen Stromversorgungen für Rechenzentren.
Im Hintergrund tobt ein harter Kampf um die dafür nötige Galliumnitrid-Technologie (GaN). Infineon streitet sich mit dem Konkurrenten Innoscience vor Gerichten auf drei Kontinenten. Während die US-Handelsbehörde ITC im Mai Verkaufsverbote gegen die Chinesen anordnete, gewann Innoscience im April zwei Verfahren in Peking. Im Juni folgt der nächste Prozessauftakt in München.
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Mitten in dieser heißen Phase trennte sich ein Top-Manager von eigenen Anteilen. Vorstandsmitglied Peter Gruber verkaufte am 12. Mai gut 10.000 Aktien zu einem Kurs von 61,76 Euro.
Der Blick richtet sich auf Nvidia
Die eigentliche Bewährungsprobe für die Bewertung wartet in den USA. Am Mittwoch, den 20. Mai, öffnet Nvidia seine Bücher.
Analysten rechnen bei dem KI-Pionier mit einem Quartalsumsatz von rund 79 Milliarden US-Dollar. Bestätigt Nvidia das rasante Branchenwachstum, stützt das Infineons neue Bewertungsmaßstäbe. Enttäuschen die Zahlen, droht dem Chart ein abrupter Rücksetzer.
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