MWB Research stellt sich auf solide Zahlen von Infineon Technologies für das vierte Quartal des Geschäftsjahres ein. Das Analysehaus richtet den Blick bereits nach vorn: Für die weitere Entwicklung des Halbleiterkonzerns sei vor allem der Ausblick auf das Geschäftsjahr 2027 entscheidend.

KI-Umsatz und Margendruck für 2027 im Fokus

Dabei traut MWB dem Münchener Chiphersteller im Bereich der künstlichen Intelligenz weiteres Wachstum zu. Die Analysten halten eine Anhebung des KI-Umsatzziels für 2027 auf rund 3,0 Milliarden Euro für denkbar.

Trotz der anhaltenden Nachfrage nach Lösungen für Rechenzentren sieht das Haus jedoch auch operativen Gegenwind auf das Unternehmen zukommen. Zu den dämpfenden Faktoren zählen die Anlaufkosten für die Fertigung in Dresden, ein anhaltend schwieriges Umfeld im Automobilsektor und eine uneinheitliche Industriekonjunktur.

Für das Geschäftsjahr 2027 prognostiziert MWB eine Segmentergebnismarge von 24 Prozent. Damit positioniert sich das Analysehaus vorsichtiger als der Marktkonsens, der bei 25,3 Prozent liegt. Zudem werde das Papier mit rund dem 16-Fachen des Unternehmenswerts zum Segmentergebnis für 2027 bewertet.

In der vergangenen Woche hatte der Titel an den Finanzmärkten deutlich unter Druck gestanden und zeitweise das Schlusslicht im Leitindex DAX gebildet. Neben Zinsängsten nach US-Inflationsdaten belastete der allgemeine Ausverkauf im Chipsektor vor gut einer Woche die Stimmung der Anleger nachhaltig.

Heute zeigt der Kurs eine leichte Stabilisierung und legt um 1,0 Prozent auf 52,08 Euro zu. Nach einem vorangegangenen Fehlausbruch notiert das Papier jedoch weiterhin unter seinen längerfristigen Trendlinien. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beläuft sich auf minus 8,2 Prozent, womit die technische Ausgangslage vor den kommenden Geschäftszahlen vorerst angespannt bleibt.