Am 18. September stufte das Analysehaus Oddo BHF die Papiere von Infineon von „Neutral“ auf „Outperform“ hoch. Gleichzeitig bezifferten die Experten ihr Kursziel auf 80 Euro. Damit trauen sie dem Halbleiterkonzern eine spürbare Erholung zu.

Deutlich vorsichtiger präsentierte sich dagegen Morgan Stanley am 8. September. Die US-Bank stufte die Aktie von „Overweight“ auf „Equalweight“ herab und senkte den Zielwert von zuvor 81 auf 65 Euro. Diese unterschiedlichen Einschätzungen spiegeln die Diskussion am Markt wider, wie schnell sich die strategischen Weichenstellungen auszahlen werden.

Fokus auf KI und Bereinigung des Portfolios

Vor rund zwei Wochen ordnete Infineon die Geschäftsfelder neu. Das Unternehmen vereinbarte den Verkauf des Geschäfts mit NOR-Flash- und F-RAM-Speichern an Winbond Electronics für USD 1,12 Milliarden in bar. Der Abschluss dieser Transaktion steht unter regulatorischem Vorbehalt und wird für das zweite Halbjahr 2027 angestrebt.

Parallel dazu treibt der Konzern den Ausbau profitabler Kernbereiche voran. Vor über einem Monat erwarb Infineon C2i Semiconductors, ein in Bangalore ansässiges Unternehmen für Stromversorgungslösungen in Rechenzentren für künstliche Intelligenz. Der Abschluss dieses Zukaufs wird für das dritte Quartal 2026 erwartet.

Im Segment der KI-Rechenzentren strebt das Management eine deutliche Expansion an. Für das Jahr 2026 prognostiziert das Unternehmen in diesem Bereich Umsätze von mehr als 1,6 Milliarden Euro. Zudem bestehen mehrjährige Kapazitätsvereinbarungen mit Kunden, deren kumuliertes Volumen im hohen einstelligen Milliardenbereich liegt.

Wachstumsziele für das laufende Geschäftsjahr

Für das vierte Quartal stellte der Vorstand ein weiteres Erlösplus von 13 Prozent auf rund 4,7 Milliarden Euro in Aussicht. Am 10. November 2026 legt Infineon den nächsten Quartalsbericht vor und zieht Bilanz über das abgelaufene Geschäftsjahr.

Am Freitag schloss das Papier bei einem Kurs von 57,22 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie damit einen Zuwachs von 52 Prozent.