Fast 40 Prozent Plus seit Jahresbeginn, ein neues 10-Jahres-Hoch bei 54,11 Euro — und dann eine Pause. Infineon hat in den vergangenen Wochen eine bemerkenswerte Aufholjagd hingelegt, bewegt sich nun aber knapp unter seinem Rekordniveau. Was die Aktie antreibt und was sie bremsen könnte, ist komplexer als der Chart vermuten lässt.
Jefferies kauft — obwohl das Kursziel längst überschritten ist
Das Analysehaus Jefferies bestätigt seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 52 Euro. Das Problem: Die Aktie notiert bei 53,52 Euro — also bereits darüber. Jefferies begründet das Votum mit Infineons struktureller Stärke bei Mikrocontrollern für softwaredefinierte Fahrzeuge, einem Segment, das als langfristiger Wachstumstreiber gilt. Für 2026 rechnen 30 Analysten im Schnitt mit einem Umsatz von 15,9 Milliarden Euro, rund sieben Prozent mehr als in den vergangenen zwölf Monaten. Der durchschnittliche Gewinn je Aktie wird auf 1,63 Euro geschätzt — was einer Mehr-als-Verdopplung gegenüber dem Geschäftsjahr 2025 entspräche.
Patentstreit mit Innoscience: kein klares Ergebnis
Weniger eindeutig ist die Lage im Rechtsstreit mit dem chinesischen GaN-Hersteller Innoscience. Die US-Handelsbehörde ITC stellte in einer vorläufigen Entscheidung zwar eine Patentverletzung fest — allerdings nur bei älteren Hochvolt-Produkten von Innoscience. Das aktuelle Produktdesign des Wettbewerbers soll nach ITC-Einschätzung kein Patent verletzen. Ein zweites Patent wurde sogar als überhaupt nicht verletzt eingestuft.
Infineon hält nach eigenen Angaben rund 450 GaN-Patentfamilien und gilt als führender Anbieter in diesem Segment. In Deutschland bestätigte das Deutsche Patentamt die Gültigkeit eines Infineon-Patents in geänderter Form; das Landgericht München I hatte bereits im August 2025 eine Patentverletzung durch Innoscience festgestellt. Der Ausgang des ITC-Verfahrens bleibt damit offen — ein Importverbot für Innoscience-Produkte in den USA wäre möglich gewesen, ist nach der vorläufigen Entscheidung aber weniger wahrscheinlich.
Q2-Zahlen als nächster Prüfstein
Ende Mai legt Infineon die Zahlen für das zweite Quartal 2026 vor. Marktbeobachter werden vor allem auf die operative Marge und die Preisdurchsetzung bei KI-Komponenten schauen. Der Kurs liegt knapp 24 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt — eine Bewertungsprämie, die solide Zahlen voraussetzt. Enttäuschungen dürften entsprechend deutlich bestraft werden.
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