Der Höhenflug von Infineon war rasant – am Mittwoch noch auf neuem Jahreshoch, knapp einen Euro unter dem Allzeithoch. Am Donnerstag setzt das Papier zur Verschnaufpause an. Die Aktie notiert bei 86,41 Euro, ein Minus von 1,64 Prozent.
Nur einen Tag zuvor hatte Infineon bei 89,67 Euro ein neues 52-Wochen-Hoch markiert. Seit Ende März hat sich der Kurs damit mehr als verdoppelt. Eine solche Dynamik fordert technisch Tribut.
Warnsignale der Indikatoren
Der 14-Tage-RSI liegt bei 76,45 Punkten – deutlich über der Schwelle von 70, ab der ein Wert als überkauft gilt. Der MACD bleibt mit 0,55 zwar positiv, bestätigt also den mittelfristigen Aufwärtstrend. Gleichzeitig tickt der Chaikin Money Flow bei 0,20 und zeigt: institutionelle Käufer sind weiter präsent.
Doch die weiten Abstände zu den gleitenden Durchschnitten fallen auf. Die 20-Tage-Linie (EMA) liegt bei 64,97 Euro, die 50-Tage-Linie bei 56,31 Euro. Der Kurs hat sich davon weit entfernt – ein Zeichen für die Steilheit des Trends.
Stützen und Analystenoptimismus
Die ersten Auffangbecken nach unten: das Tagestief vom Mittwoch bei 85,92 Euro, psychologisch die 80-Euro-Marke. Darunter liegt die nächste Unterstützung bei 75,30 Euro. Erst zwischen 67,70 und 68,74 Euro wäre eine massivere Absicherung erreicht.
Von Analystenseite kommt Rückenwind. Jefferies hat das Kursziel von 75 auf 96 Euro angehoben, Einstufung „Buy“. Auch die Deutsche Bank ist mit einem Kursziel von 90 Euro optimistisch.
Bleibt der Kurs über der 80-Euro-Marke, ist der Aufwärtstrend intakt. Der Rücksetzer vom Rekordhoch ist dann technische Bereinigung – Voraussetzung für einen nächsten Angriff auf das Jefferies-Ziel von 96 Euro.
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