Mehr als die Hälfte des Jahresumsatzes stammt von einem einzigen Kunden. Das ist für ein Unternehmen, das 54 Prozent mehr Umsatz im ersten Quartal 2026 meldete, ein auffälliger Risikofaktor.

Die Aktie von Innodata rutschte am Donnerstag um 11,4 Prozent auf 63,90 Euro ab. Damit liegt der Kurs inzwischen 40,7 Prozent unter dem Rekordhoch von 107,80 Euro aus Anfang Juni. Der RSI von 36,4 signalisiert eine schwache Verfassung.

Die Kundenkonzentration als Risiko

Ein Großkunde dominiert die Einnahmen. Sollte dieser strategisch umschwenken oder die Datentechnik ins eigene Haus holen, brechen entscheidende Umsätze weg. Hinzu kommen geopolitische Risiken: Innodata betreibt Standorte in den Philippinen und Indien, was das Unternehmen anfällig für internationale Arbeitsmarktschwankungen macht.

Auch die hohe Bewertung belastet. Die Aktie handelt zu einem hohen Multiplikator auf Umsatz und erwartete Gewinne. Bei einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von über 102 Prozent ist die Aktie nichts für schwache Nerven.

Lichtblicke bei der Diversifikation

Trotz der Konzentration zeigt sich Bewegung. Im letzten Quartal legten die Erlöse bei anderen Großkunden um 453 Prozent im Jahresvergleich zu. Zudem gewann Innodata einen weiteren Big-Tech-Kunden, der 2026 rund 51 Millionen Dollar beisteuern könnte.

Das Management bestätigt die Prognose für das Gesamtjahr: rund 40 Prozent oder mehr Umsatzwachstum gegenüber 2025. Der Fokus auf Daten-Engineering und Modellentwicklung hat dem Unternehmen eine starke Position im KI-Ökosystem verschafft.

Das Ziel bleibt klar: Die Abhängigkeit von einem dominanten Kunden reduzieren, ohne das schnelle Wachstum zu bremsen. Ob Innodata diesen Spagat schafft, hängt maßgeblich von den Neuakquisitionen in den kommenden Quartalen ab.