Innodata liefert derzeit widersprüchliche Signale. Während der Aktienkurs in den vergangenen 30 Tagen um rund 33 Prozent einbrach, hob das Management die Prognosen für das Gesamtjahr an. Das Unternehmen profitiert massiv vom Hunger der Tech-Giganten nach hochwertigen Trainingsdaten für Künstliche Intelligenz.

Milliardenwette auf Big Tech

Der Vorstand rechnet nun mit einem Umsatzwachstum von mindestens 40 Prozent. Zuvor lag das Ziel bei 35 Prozent. Ein wesentlicher Treiber für diesen Optimismus ist ein neuer Vertrag mit einem namentlich nicht genannten Tech-Konzern.

Dieser Abschluss allein soll im Jahr 2026 etwa 51 Millionen US-Dollar einbringen. Innodata wandelt sich dabei vom einfachen Datenlieferanten zum strategischen Partner für Data Scientists. Dieser Schritt soll langfristig höhere Preise und stabilere Verträge sichern.

Rekordzahlen und volle Kassen

Die operative Dynamik zeigte sich bereits im ersten Quartal. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 54 Prozent auf 90,1 Millionen US-Dollar. Parallel dazu verdoppelte sich das bereinigte EBITDA nahezu auf 25 Millionen US-Dollar.

Finanziell agiert das Unternehmen aus einer Position der Stärke. Die Kassen sind mit rund 117 Millionen US-Dollar gefüllt. Da Innodata keine nennenswerten Schulden hat, bleibt viel Spielraum für Investitionen in die eigene KI-Plattform.

Expansion in den Staatssektor

Um die Abhängigkeit von kommerziellen Großkunden zu verringern, drängt Innodata in den staatlichen Sektor. Ein wichtiger Meilenstein ist der Einstieg in das SHIELD-Programm der U.S. Missile Defense Agency. Hier geht es um komplexe KI-Einsätze im Verteidigungsbereich.

Aktuell notiert die Aktie bei 59,10 Euro. Der Titel liegt damit deutlich unter seinem Juni-Hoch von 107,80 Euro. Ein RSI-Wert von 35,8 deutet jedoch darauf hin, dass das Papier nach der Korrektur allmählich in eine überverkaufte Zone eintritt.

Das Papier notiert derzeit rund 22 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt. Ende Juli legt Innodata die nächsten Quartalszahlen vor. Dann entscheidet sich, wie stark die neuen Regierungsaufträge die Marge bereits stützen.