Die Aktie der innoscripta SE verzeichnete am Freitag ein Kursplus von 9,0 Prozent und ging bei 41,05 Euro aus dem Handel. Zeitgleich mit der Stabilisierung im Handel trat das Unternehmen den Verunsicherungen der Anleger mit einer Stellungnahme entgegen.

Nach Angaben des Managements läuft der operative Geschäftsbetrieb uneingeschränkt weiter. Zudem seien nach derzeitigem Kenntnisstand keine Geschäftsvorgänge des laufenden Geschäftsjahres von den behördlichen Untersuchungen betroffen.

Mit dieser Veröffentlichung reagierte das Unternehmen auf die Unruhe, die zuvor den Handel belastet hatte. Die Gesellschaft betonte, in vollem Umfang mit den zuständigen Behörden zu kooperieren. Um den Dialog mit den Anteilseignern zu suchen, kündigte das Management zudem an, Aktionäre zu einer persönlichen Vorstellung der konzerneigenen Produkte einzuladen. Konkrete Termine für diese Veranstaltungen sollen kurzfristig bekannt gegeben werden.

Durchsuchungen an Standorten in München und Tutzing

Hintergrund der angespannten Lage sind behördliche Maßnahmen, über die das Unternehmen am Donnerstag per Ad-hoc-Mitteilung informiert hatte. Ermittler hatten Geschäftsräume der Gesellschaft sowie weiterer Tochterunternehmen der innoscripta-Gruppe durchsucht. Die Maßnahmen betrafen die Standorte in München sowie in Tutzing.

Anlass ist ein steuerstrafrechtliches Ermittlungsverfahren. Es besteht der Verdacht der Beihilfe zur Erlangung nicht gerechtfertigter Steuervorteile bei Anträgen einzelner Kunden auf Forschungszulagen. Das Unternehmen betonte in seiner Pflichtmitteilung, dass mögliche finanzielle oder sonstige Konsequenzen zu diesem Zeitpunkt noch nicht abschließend bewertet werden konnten.

Markante Schwankungen im Wochenverlauf

Die Nachricht über die Ermittlungen hatte die Notierung am Freitag zunächst auf ein neues 52-Wochen-Tief von 31,05 Euro gedrückt, ehe im späteren Handelsverlauf die Erholungsbewegung einsetzte. Ob die Stellungnahme des Managements den Verkaufsdruck dauerhaft brechen kann, bleibt am Markt ein zentrales Diskussionsthema. Die Diskrepanz zwischen den behördlichen Vorwürfen und der Zusicherung eines intakten Tagesgeschäfts prägt das Bild.

Für Investoren steht nun im Vordergrund, inwieweit die Vorwürfe tatsächlich auf zurückliegende Perioden begrenzt bleiben. Sollten sich finanzielle Belastungen oder Einschränkungen für das Geschäft bei Forschungszulagen ergeben, könnte dies das Vertrauen belasten. Bis zum Vorliegen konkreter Ermittlungsergebnisse dürften Marktteilnehmer die weiteren Schritte des Unternehmens mit hoher Wachsamkeit verfolgen.