Die Aktie der innoscripta SE verliert am heutigen Freitag 4,9 Prozent an Wert und fällt auf 40,90 Euro. Belastet wird das Papier weiterhin durch die behördlichen Durchsuchungen an den Standorten des Unternehmens in Tutzing und München.
Hintergrund der Maßnahme sind Ermittlungen wegen des Verdachts, einzelne Kunden bei der Erlangung nicht gerechtfertigter Steuervorteile durch Forschungszulagen unterstützt zu haben. Das Unternehmen betonte in diesem Kontext ausdrücklich, dass mit den behördlichen Schritten kein Fehlverhalten festgestellt sei.
Umfassende Aufarbeitung durch externe Kanzleien
Um den Sachverhalt aufzuklären, leitete das Kontrollgremium des Unternehmens weitreichende Schritte ein. Der Aufsichtsrat beauftragte Willkie Farr & Gallagher LLP mit einer unabhängigen Untersuchung der den Ermittlungen zugrunde liegenden Sachverhalte und Verantwortlichkeiten. Parallel dazu prüft die Kanzlei Flick Gocke Schaumburg separat die Kontrollarchitektur sowie deren softwareseitige Umsetzung im firmeneigenen System Clusterix.
Die Verunsicherung schlägt sich auch in den Einschätzungen von Marktbeobachtern nieder. Medienberichten zufolge setzte Warburg Research das „Buy“-Rating und das Kursziel von 225 Euro für innoscripta aus. Das Analysehaus begründete den Schritt damit, dass sich die Risiken für die eigenen Bewertungsannahmen infolge der behördlichen Ermittlungen vorerst nicht quantifizieren ließen.
Geschäftsbetrieb soll unbeeinträchtigt bleiben
Das Unternehmen selbst bemüht sich derweil um Beruhigung. Laut Unternehmensangaben läuft der reguläre Geschäftsbetrieb unverändert weiter und sei durch die laufenden Ermittlungen nicht beeinträchtigt. Zudem seien Vorgänge des Geschäftsjahres 2026 nach derzeitigem Kenntnisstand nicht Gegenstand der behördlichen Untersuchungen.
Um Transparenz zu schaffen, lud das Management die Aktionäre zu einer Produktvorstellung an den Unternehmenssitz in Tutzing ein. Die entsprechenden Termine für die Veranstaltung sollten kurzfristig bekannt gegeben werden.
Der Verkaufsdruck der vergangenen Wochen spiegelt sich deutlich im Kursverlauf wider: Auf Sicht von 30 Tagen summiert sich das Minus der Aktie auf 50 Prozent. Die weitere Entwicklung des Titels hängt maßgeblich von den Ergebnissen der beiden beauftragten Sonderprüfungen sowie dem Fortgang des behördlichen Verfahrens ab.
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