Der US-Halbleiterkonzern Intel meldet signifikante technologische Fortschritte bei der Entwicklung seines künftigen Fertigungsverfahrens 14A. Wie CFO David Zinsner am Mittwoch auf einer Konferenz der Deutschen Bank ausführte, verzeichnet das Unternehmen bei diesem Knoten die schnellste Reduzierung der Defektdichte seit der Einführung des 22-Nanometer-Prozesses.

Diese Kennzahl gilt in der Chipbranche als entscheidender Indikator für die Ausbeute und damit für die wirtschaftliche Tragfähigkeit einer neuen Produktionsgeneration. Mit dem 14A-Verfahren strebt Intel an, technologisch wieder mit dem Marktführer TSMC gleichzuziehen oder diesen gar zu übertreffen.

Technologische Meilensteine im Foundry-Geschäft

Die 14A-Technologie verspricht laut Unternehmensangaben eine Leistungssteigerung von 15 bis 20 Prozent oder alternativ eine Senkung des Stromverbrauchs um 25 bis 35 Prozent im Vergleich zum vorangehenden 18A-Prozess. Zudem soll die Transistordichte um bis zu 30 Prozent steigen.

Um diese Ziele zu erreichen, setzt Intel auf fortschrittliche Methoden wie RibbonFET 2, PowerDirect-Stromversorgung und die High-NA EUV-Lithografie von ASML. Die Nutzung dieser extrem kurzwelligen Ultraviolett-Belichtung ermöglicht es, komplexe Strukturen mit weniger Maskenschritten zu fertigen, was die Produktionszeit verkürzen kann.

Die Zeitplanung für den neuen Fertigungsknoten steht bereits fest: Eine erste Risikoproduktion ist für die zweite Jahreshälfte 2027 vorgesehen. Die industrielle Massenfertigung soll im Jahr 2028 anlaufen. Damit positioniert sich Intel zeitlich parallel zum geplanten A14-Prozess von TSMC.

Zinsner betonte, dass bereits externe Kunden Kapazitäten für diese Technologie anfragen, was die Bedeutung des Foundry-Modells für den Gesamtkonzern unterstreicht.

Finanzielle Stabilisierung trotz Milliardenverlusten

Während die technologische Entwicklung Fortschritte macht, bleibt das Foundry-Segment finanziell eine Belastung. Im zweiten Quartal 2026 erzielte der Bereich einen Umsatz von 5,765 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.

Der operative Verlust belief sich auf 2,089 Milliarden US-Dollar. Zwar ist dies eine Verbesserung im Vergleich zum Vorjahresverlust von 3,168 Milliarden US-Dollar, dennoch entfällt der Großteil des Umsatzes weiterhin auf interne Aufträge. Der externe Umsatz der Foundry-Sparte lag lediglich bei 293 Millionen US-Dollar.

Auf Konzernebene stieg der Gesamtumsatz um 25 Prozent auf 16,1 Milliarden US-Dollar. Besonders stark entwickelte sich das Segment Data Center & AI mit einem Plus von 59 Prozent auf 6,3 Milliarden US-Dollar, während der Client-Bereich um 13 Prozent auf 8,9 Milliarden US-Dollar zulegte.

Intel hält an dem Ziel fest, bis zum Jahr 2027 die Gewinnschwelle im Foundry-Geschäft zu erreichen. Eine vor gut einer Woche abgeschlossene Kapitalerhöhung zur Stärkung der Bilanz führte seither zu einem Kursplus von 3,3 Prozent.

Strategische Kunden und Marktposition

Ein wichtiger Pfeiler für den Erfolg von 14A ist die Gewinnung prominenter Partner. Medienberichten zufolge nutzt Tesla den 14A-Prozess für seine Terafab in Austin, ein Projekt mit einem Investitionsvolumen von 25 Milliarden US-Dollar.

Solche Großaufträge sind essenziell, um die hohen Fixkosten der neuen Chipfabriken zu decken. Analysten beobachten die Entwicklung mit vorsichtigem Optimismus: Von 50 bewertenden Häusern raten 16 zum Kauf, während 31 die Aktie auf „Hold“ setzen. Das durchschnittliche Kursziel wird derzeit bei 107,46 US-Dollar gesehen.

Am Freitag schloss das Papier im deutschen Handel bei 77,27 €, was einem Tagesverlust von 2,3 Prozent entspricht. Damit notiert der Wert aktuell 38 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 124,58 €.

Trotz der jüngsten technischen Erfolgsmeldungen und der Erholung im Datacenter-Markt preisen Investoren weiterhin die Risiken ein, die mit der kapitalintensiven Transformation des Konzerns und der Abhängigkeit von externen Foundry-Kunden verbunden sind.