Die Euphorie rund um Künstliche Intelligenz bekommt Risse. Nach monatelangen Kursgewinnen ziehen Investoren plötzlich massiv Kapital aus dem Halbleitersektor ab. Auch Intel gerät in diesen Abwärtsstrudel. Der Markt bewertet die teuren KI-Wetten neu.
Am Dienstag drehte die Stimmung an der Wall Street abrupt. Chip- und Speicherhersteller gaben ihre frühen Gewinne ab. Sie zogen den Nasdaq Composite um ein Prozent ins Minus. Zeitweise brach Intel im Handel um mehr als acht Prozent ein.
Aktuell notiert das Papier bei 93,35 Euro. Auf Sicht von einem Monat steht ein Minus von rund 15 Prozent auf der Anzeigetafel. Die Folge: Die kurzfristige Dynamik bricht ein. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie dennoch fast 178 Prozent im Plus.
Fundamentaldaten im Fokus
Der aktuelle Rücksetzer trifft auf ein verändertes Marktumfeld. Investoren belohnen nicht mehr blind jedes Halbleiter-Engagement. Sie fordern harte Zahlen. Intel lieferte im ersten Quartal einen Umsatz von 13,6 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Plus von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Besonders das Segment für Rechenzentren und KI wuchs stark um 22 Prozent. Auch die Auftragsfertigung legte um 16 Prozent zu. Unter dem Strich verbuchte der Konzern allerdings einen Nettoverlust von 3,7 Milliarden US-Dollar.
Die Bilanz zeigt ein gemischtes Bild. Die Barreserven stiegen auf über 17 Milliarden US-Dollar. Dem steht ein massiver Schuldenberg von rund 43 Milliarden US-Dollar gegenüber.
Hohe Volatilität bleibt
Technisch betrachtet hat die Aktie noch einen Puffer. Der Kurs liegt gut 19 Prozent über der 50-Tage-Linie. Vom Rekordhoch im Mai bei 114,60 Euro hat sich der Titel jedoch spürbar entfernt.
Die extreme annualisierte Schwankungsbreite von fast 93 Prozent zeigt die Nervosität der Anleger. Intel gilt nicht länger als günstige Turnaround-Wette. Der Konzern ist nun ein hoch bewerteter KI-Titel. Um weitere Kursverluste abzuwenden, muss das Management die hohe Nachfrage rasch in echte Gewinne ummünzen.
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