Intel hat einen Lauf. Die Aktie stieg am Freitag um 6,62 Prozent auf 107,66 Euro. Damit rückt das 52-Wochen-Hoch von 114,60 Euro wieder in Sichtweite.

Auslöser für den jüngsten Sprung ist eine seltene Doppel-Hochstufung der Bank of America. Analyst Vivek Arya hob sein Urteil von „Underperform“ direkt auf „Buy“. Er sieht Intel als zentralen Gewinner im Bereich der „Agentic AI“. Arya traut der Aktie nun ein Kursziel von 135 US-Dollar zu.

Die Bank hob parallel dazu ihre Gewinnerwartungen pro Aktie für das Jahr 2030 massiv an. Sie rechnet nun mit über 60 Prozent mehr Ertrag als bisher. Das Server-Geschäft und die Auftragsfertigung sollen dabei als tragende Säulen fungieren.

Foundry-Strategie gewinnt an Kontur

Intels Plan als Auftragsfertiger trägt erste Früchte. Der Konzern sichert sich zunehmend Verträge mit großen Technologie-Unternehmen für maßgeschneiderte Chips. Die Produktion im eigenen Land verschafft Intel dabei einen strategischen Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Im ersten Quartal 2026 wuchs der Umsatz in diesem Bereich bereits um 16 Prozent.

Der Konzernumsatz stieg zuletzt insgesamt um sieben Prozent auf 13,6 Milliarden US-Dollar. Die Sparte für Rechenzentren und Künstliche Intelligenz glänzte mit einem Zuwachs von 22 Prozent. Dennoch bleibt die Profitabilität im Foundry-Sektor ein Thema. Hohe Investitionen in neue Fabriken belasten dort vorerst das Ergebnis.

Enorme Dynamik im Chart

Die Aktie zeigt eine außergewöhnliche Stärke. Seit Jahresbeginn hat sich der Wert mit einem Plus von rund 220 Prozent mehr als verdreifacht. Der Kurs notiert aktuell weit über dem 200-Tage-Durchschnitt von 46,08 Euro. Mit einem Relative-Stärke-Index von 63,2 ist das Papier trotz der Rallye technisch noch nicht überkauft.

Im Juli 2026 stehen die nächsten harten Fakten an. Intel wird dann seinen Bericht für das zweite Quartal vorlegen. Investoren achten besonders auf die Margenentwicklung und die Auslastung der neuen Produktionsstätten.