Am gestrigen Donnerstag endete die jüngste Gewinnserie der Intel-Aktie abrupt. Das Papier gab im Handelsverlauf deutlich nach und verzeichnete ein Minus von 5,4 Prozent. Damit schloss die Aktie bei 86,39 Euro, nachdem sie zuvor von einer dynamischen Aufwärtsbewegung profitiert hatte.
Ursächlich für den Rücksetzer waren neben Gewinnmitnahmen auch ein schwieriges Marktumfeld durch steigende US-Anleiherenditen und anziehende Ölpreise, die den gesamten Halbleitersektor unter Druck setzten. Trotz dieses Dämpfers verzeichnet der Wert seit Jahresanfang ein deutliches Plus von 175 Prozent.
Preiserhöhungen sollen Margendruck lindern
Um die Rentabilität im Kerngeschäft mit PC-Prozessoren zu stärken, plant der Konzern offenbar eine Anpassung seiner Preisstrategie. Medienberichten zufolge beabsichtigt Intel, die Preise für ausgewählte Prozessoren ab Anfang Oktober um rund 10 Prozent anzuheben.
Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund solider Wachstumszahlen im zweiten Quartal 2026. In diesem Zeitraum stieg der Umsatz um 25 Prozent auf 16,1 Milliarden US-Dollar, wobei insbesondere der Bereich Data Center & AI mit einem Zuwachs von 59 Prozent überzeugte.
Gleichzeitig verdeutlichten die Zahlen jedoch die massiven Investitionslasten des Konzerns. Während Intel auf Non-GAAP-Basis einen Gewinn je Aktie von 0,42 US-Dollar auswies, stand nach GAAP-Rechnungslegung ein Nettoverlust von 11,0 Milliarden US-Dollar in den Büchern. Das Foundry-Geschäft, das Intel zum Auftragsfertiger für externe Kunden umbauen will, verzeichnete im zweiten Quartal einen operativen Verlust von rund 2,1 Milliarden US-Dollar.
Altera-Börsengang als möglicher Kurstreiber
Ein wesentlicher Faktor für die künftige Bewertung könnte die Tochtergesellschaft Altera werden. Laut Berichten von Reuters bereitet Intel gemeinsam mit dem Investor Silver Lake einen Börsengang des Chipentwicklers für das kommende Jahr vor.
Das IPO könnte Schätzungen zufolge mehr als 2 Milliarden US-Dollar einbringen und wäre damit eine der größten Emissionen im Halbleitersektor seit Jahren. Intel hatte Altera ursprünglich im Jahr 2015 für rund 16,7 Milliarden US-Dollar erworben.
Im Zuge einer strategischen Neuausrichtung verkaufte der Konzern im vergangenen Jahr bereits 51 Prozent der Anteile an Silver Lake, behielt jedoch eine Beteiligung von 49 Prozent. Ein erfolgreiches Listing würde Intel frisches Kapital zuführen, das dringend für den Ausbau der eigenen Fertigungskapazitäten benötigt wird. Für das laufende Jahr plant das Management bereits mit Investitionsausgaben von über 20 Milliarden US-Dollar.
Analysten bewerten die Turnaround-Chancen
Die Einschätzungen der Experten gehen derzeit auseinander. Die Analysten von Piper Sandler starteten ihre Abdeckung am gestrigen Donnerstag mit einer neutralen Einstufung und einem Kursziel von 110 US-Dollar. Sie begründeten die Zurückhaltung damit, dass potenzielle Marktanteilsgewinne im Foundry-Geschäft bereits weitgehend eingepreist seien. Im Gegensatz dazu stufte das Analysehaus Northland die Aktie auf „Outperform“ hoch.
Im Marktdurchschnitt liegt das Kursziel für den Chipgiganten derzeit bei 115,88 US-Dollar. Während das Management für das dritte Quartal eine Bruttomarge von 42 Prozent prognostiziert, richten Anleger ihr Augenmerk verstärkt auf die langfristige Etablierung der neuen Fertigungstechnologien. Die Prognose für den Konzernumsatz im dritten Quartal liegt zwischen 15,8 und 16,8 Milliarden US-Dollar.
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