Aus 15 Milliarden werden 20 Milliarden Dollar — und die Rechnung könnte noch weiter steigen. Intel hat seine Kapitalerhöhung binnen eines Tages deutlich aufgestockt und damit gezeigt, wie groß der Kapitalhunger des Chipkonzerns tatsächlich ist.

Aus 15 werden 20 Milliarden

Am Montagabend gab Intel die Preisfestsetzung für sein Aktienangebot bekannt: 210,5 Millionen neue Aktien zu je 95 Dollar. Das entspricht einem Abschlag von rund 2,6 Prozent zum vorherigen Schlusskurs. Über eine Mehrzuteilungsoption für Underwriter könnte das Volumen auf bis zu 23 Milliarden Dollar steigen, sollten die zusätzlichen 31,6 Millionen Aktien platziert werden.

Ursprünglich hatte Intel nur 15 Milliarden Dollar einsammeln wollen. Dass daraus 20 Milliarden wurden, lag offenbar an der Nachfrage: Berichten zufolge lag das Investoreninteresse deutlich über dem angebotenen Volumen. Die Erlöse aus dem Deal sollen sich auf etwa 19,7 Milliarden Dollar belaufen und für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet werden — darunter Investitionen und Betriebskapital. Der Handelsschluss der Transaktion ist für den 12. August 2026 vorgesehen.

Warum Intel jetzt Kapital braucht

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Intels Aktie hat sich seit dem vergangenen Jahr nahezu verdreifacht — getragen von der Hoffnung auf eine gelungene Wende im Foundry-Geschäft. Diese Rally hat dem Konzern nun ein Fenster geöffnet, um frisches Geld deutlich günstiger zu beschaffen als noch vor einem Jahr.

Der Bedarf ist real: Der wachsende Rechenleistungsbedarf für Künstliche Intelligenz hat Intel im Juli dazu bewogen, sein Investitionsbudget für dieses Jahr von 18 auf 20 Milliarden Dollar anzuheben. Der Ausbau der Foundry-Sparte, mit der Intel Wettbewerbern wie TSMC im Auftragsfertigungsgeschäft Marktanteile abjagen will, verschlingt enorme Summen. Erst im Juli hatte der Konzern eine Investition von 5 Milliarden Euro zur Erweiterung seiner Fertigung in Irland angekündigt — ein Projekt, das mehr als ein Viertel des geplanten Investitionsbudgets für 2026 ausmacht.

Die Aktie reagierte auf die ursprüngliche Ankündigung mit einem Kursrückgang von mehr als vier Prozent. Verdünnungseffekte durch die neuen Aktien belasten kurzfristig, doch der Deal signalisiert auch: Investoren sind bereit, Intels Wende mitzufinanzieren. Namhafte Banken wie J.P. Morgan, Goldman Sachs, Morgan Stanley und Citigroup begleiten die Transaktion als federführende Konsortialbanken.

Mit dem Verschluss der Transaktion am 12. August dürfte klar werden, in welchem Umfang die Mehrzuteilungsoption tatsächlich gezogen wird — und damit, wie stark die Verdünnung für bestehende Aktionäre am Ende tatsächlich ausfällt.