Mehrere Analystenhäuser haben ihre Kursziele für Intel am Freitag gesenkt. Bank of America nahm zudem die Kaufempfehlung zurück. Damit fällt ihre Bewertung nach den Quartalszahlen vorsichtiger aus: Intel meldete kräftiges Umsatzwachstum, stellte für das Schlussquartal aber einen niedrigeren bereinigten Gewinn je Aktie in Aussicht.
Kursziele sinken auf breiter Front
Laut CNBC stufte Bank of America Intel am Freitag von Kaufen auf Neutral herab. Das Kursziel sank von 145 $ auf 100 $. Die Entscheidung verbindet damit eine niedrigere Zielmarke mit einer zurückhaltenderen Anlageempfehlung.
Die übrigen gemeldeten Analystenaktionen betrafen dagegen die Kursziele, nicht die Einstufungen. Diese Häuser behielten ihre neutralen beziehungsweise marktgleichen Bewertungen bei. Die vorsichtigere Haltung beschränkt sich somit nicht auf die Rücknahme einer einzelnen Kaufempfehlung.
Ihre neuen Zielmarken liegen zwischen 75 $ und 80 $. Trotz unterschiedlicher Ausgangsniveaus zeigen die Revisionen dieselbe Richtung: Die Analysten senkten ihre Erwartungen an den Aktienkurs.
Starkes Quartal, vorsichtigere Gewinnprognose
Für Anleger ist die Trennung zwischen abgeschlossenem Geschäft und Prognose entscheidend. Das gemeldete Umsatzwachstum beschreibt die bisherige Entwicklung. Der Ausblick zeigt dagegen, mit welchen Ergebnissen Intel für die nächste Berichtsperiode rechnet.
Im dritten Quartal 2026 erzielte Intel einen Umsatz von 16,5 Milliarden $. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Plus von 21 %.
Das Wachstum allein beantwortet allerdings nicht die Frage nach der weiteren Gewinnentwicklung. Hier fällt der Ausblick zurückhaltender aus als das abgeschlossene Quartal.
Intel meldete für das dritte Quartal 2026 einen bereinigten Gewinn je Aktie von 0,52 $. Für das vierte Quartal desselben Jahres prognostiziert das Unternehmen lediglich 0,25 $.
Produktionsstörung reicht bis ins Folgejahr
Ein konkreter Belastungsfaktor ist die Explosion im Werk Kiryat Gat vor gut drei Wochen. Ihre finanziellen Folgen betreffen nicht nur das Schlussquartal. Das begrenzt die Aussagekraft der starken jüngsten Wachstumszahlen für die unmittelbar folgenden Berichtsperioden.
Für das vierte Quartal 2026 erwartet Intel einen Umsatz zwischen 15 Milliarden $ und 16 Milliarden $. Die Prognose bleibt damit unter dem Niveau des abgeschlossenen Quartals.
Die Produktionsstörung belastet nach Unternehmensangaben sowohl Erlöse als auch Bruttomarge. Damit betrifft sie nicht allein den Umfang des Geschäfts, sondern auch dessen Profitabilität.
Intel beziffert den erwarteten Umsatzverlust für das vierte Quartal 2026 auf etwa 300 Millionen $. Bei der Bruttomarge rechnet das Unternehmen mit einer Belastung von rund 200 Basispunkten.
Reuters zufolge dürfte im ersten Quartal 2027 ein ähnlich hoher Umsatzverlust entstehen. Der entscheidende Gegensatz bleibt deshalb bestehen: Intel wächst deutlich, muss aber zugleich niedrigere kurzfristige Gewinnerwartungen und Folgen der Produktionsstörung verkraften. Die gesenkten Analystenziele bilden diesen vorsichtigeren Bewertungsrahmen ab.
Stand heute, 4. November: Intel – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Intel investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 4. November gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

