Der Halbleiterkonzern Intel hat einen wichtigen Meilenstein bei der Neuausrichtung seines Geschäftsmodells erreicht. Wie das Unternehmen heute bestätigte, wird Fortinet der erste große externe Kunde für die Auftragsfertigung (Foundry) unter der Leitung von CEO Lip-Bu Tan.
Intel wird künftig den „Security Processor 6“ für die FortiGate-Firewalls von Fortinet produzieren. Dabei kommen der Intel 4-Prozessknoten sowie fortschrittliche Packaging-Verfahren zum Einsatz.
Diese Partnerschaft unterstreicht Intels Bestreben, sich als ernsthafter Wettbewerber im Markt für die Chip-Auftragsfertigung zu etablieren. An der Börse notiert das Papier heute bei 89,27 Euro, was einem Plus von 1,54 Prozent entspricht. Trotz kurzfristiger Schwankungen weist die Aktie seit Jahresbeginn eine deutliche Performance von 184,30 Prozent auf.
Milliardenverlust durch Sondereffekte
Die jüngsten Geschäftszahlen verdeutlichen jedoch die Komplexität der laufenden Transformation. Im zweiten Quartal 2026 steigerte Intel den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent auf 16,1 Milliarden US-Dollar. Besonders das Segment Data Center und AI (DCAI) erwies sich als Wachstumstreiber mit einem Erlösplus von 59 Prozent auf 6,3 Milliarden US-Dollar.
Dennoch verbuchte der Konzern nach GAAP-Rechnungslegung einen Nettoverlust von 11,0 Milliarden US-Dollar. Grund hierfür war eine nicht zahlungswirksame Belastung in Höhe von 12,5 Milliarden US-Dollar im Zusammenhang mit dem US-amerikanischen CHIPS Act.
Für das laufende dritte Quartal 2026 gibt sich das Management vorsichtig optimistisch. Die Umsatzprognose liegt in einer Spanne zwischen 15,8 Milliarden und 16,8 Milliarden US-Dollar, wobei ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 0,38 US-Dollar erwartet wird. Parallel dazu gab Google Cloud eine Zusammenarbeit bekannt, um die Bereitstellung von Intel-basierten KI-Instanzen zu beschleunigen.
Personalwechsel und regulatorische Hürden
Auch auf personeller Ebene gibt es Veränderungen. Intel gab am Freitag bekannt, dass Dean Jarnac, der zuvor für Marvell tätig war, im September die Rolle des Executive Vice President und Chief Sales Officer übernehmen wird. Er folgt auf Greg Ernst, der das Unternehmen nach 27 Jahren verlässt.
Um die Kosteneffizienz weiter zu steigern, setzt das Unternehmen zudem einen angekündigten Stellenabbau fort. Zum 15. August werden 103 Positionen an Standorten in der Bay Area, vornehmlich in der Zentrale in Santa Clara, gestrichen.
Gleichzeitig sieht sich der Konzern mit regulatorischen Herausforderungen in Europa konfrontiert. Medienberichten zufolge hat Intel ein Ende der Lebensdauer für ausgewählte Xeon-, Pentium- und Atom-Prozessoren in den Märkten der EU und der EFTA angekündigt. Grund für diesen Schritt ist die mangelnde Konformität mit dem EU Cyber Resilience Act (CRA).
Technischer Ausblick und Analystenstimmen
Technisch bereitet Intel bereits die nächste Generation vor. Berichte über die integrierte Grafikeinheit „Nova Lake-S“ kursieren heute in Fachkreisen. Die Prozessoren sollen über 12 Xe3P-Kerne verfügen und zielen auf eine Markteinführung im ersten Quartal 2027 ab. Zudem wurden kürzlich zahlreiche Patente für den Linux-Kernel veröffentlicht, um die Unterstützung von HDMI 2.1 für die Plattformen Meteor Lake und Panther Lake zu verbessern.
Die Analysten von Rosenblatt Securities reagierten am 3. August auf die operativen Fortschritte und hoben ihr Kursziel von 50 auf 65 US-Dollar an. Das Haus behält jedoch seine „Sell“-Einstufung bei und verweist zur Begründung auf den anhaltenden Druck auf die Margen, der trotz der jüngsten operativen Verbesserungen bestehen bleibe.
Unterdessen zeigen Pflichtmitteilungen an die US-Börsenaufsicht, dass institutionelle Investoren ihre Positionen anpassen: Die Breakwater Capital Group veräußerte im vergangenen Quartal rund 35 Prozent ihrer Intel-Anteile.
Intel-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Intel-Analyse vom 10. August liefert die Antwort:
Die neusten Intel-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Intel-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 10. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Intel: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

