Intel Aktie: Foundry-Chef verkauft für 2,5 Millionen

Millionenschwerer Aktienverkauf durch Foundry-Chef und eine Bewertung beim 189-fachen Gewinn setzen Intel unter Druck.

Intel Aktie
Kurz & knapp:
  • Foundry-Chef verkauft Aktien für 2,5 Mio. Dollar
  • NAND-Verkauf von 2021 wird zum strategischen Problem
  • Bewertung mit KGV von 189 extrem hoch
  • Operativer Verlust von 3,7 Milliarden Dollar im Q1

Nach einem Kursanstieg von fast 460 Prozent in zwölf Monaten gerät Intel ins Stocken. Ein millionenschwerer Insiderverkauf, eine astronomische Bewertung und eine strategische Entscheidung aus dem Jahr 2021 werfen neue Fragen über den weiteren Weg des Chipkonzerns auf.

Foundry-Chef verkauft für 2,5 Millionen Dollar

Nagasubramaniyan Chandrasekaran, Intels Chief Transformation Officer und Leiter des Foundry-Geschäfts, hat am 29. Mai rund 21.000 Aktien am offenen Markt verkauft. Der Durchschnittspreis lag bei 118,28 Dollar — ein Gesamterlös von knapp 2,5 Millionen Dollar. Nach der Transaktion hält er noch gut 205.000 Aktien direkt.

Der Verkauf steht nicht allein. In den vergangenen zwölf Monaten haben Intel-Insider per Saldo rund 17 Millionen Dollar mehr verkauft als gekauft. Das ist kein Alarmsignal für sich — bei einem Kurs, der sich seit dem Tief im August 2025 fast versechsfacht hat, ist Gewinnmitnahme rational. Kein Wunder, dass Anleger dennoch aufhorchen.

Die NAND-Entscheidung holt Intel ein

Parallel dazu rückt eine alte Weichenstellung wieder ins Blickfeld: der Verkauf des NAND-Speichergeschäfts für neun Milliarden Dollar im Jahr 2021. Damals war die Entscheidung strategisch vertretbar. Heute sieht sie teuer aus.

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Der KI-Boom hat Speicher vom Zyklus-Rohstoff zur strategischen Ressource gemacht. SK Hynix, Samsung und Micron haben ihre Kapazitäten auf Jahre hinaus ausgebucht. Intel hingegen muss Speicher extern beschaffen — ausgerechnet für ein Foundry- und CPU-Geschäft, das auf genau diese Komponenten angewiesen ist. CEO Lip-Bu Tan hat das Problem offen eingeräumt.

Bewertung lässt wenig Spielraum

Das eigentliche Spannungsfeld liegt in der Bewertung. Intel handelt beim 189-fachen des erwarteten Gewinns. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt beim 11,4-fachen, das Kurs-Cashflow-Verhältnis beim 53,4-fachen — alles deutlich über dem Sektordurchschnitt.

Auf der Habenseite: Der operative Cashflow stieg in Q1 auf 1,1 Milliarden Dollar. Die Kasse hält 17,7 Milliarden Dollar, die kurzfristigen Schulden liegen bei rund zwei Milliarden. Auf GAAP-Basis schrieb Intel zuletzt jedoch einen Verlust von 3,7 Milliarden Dollar — belastet durch Restrukturierung und eine Abschreibung auf die Mobileye-Beteiligung. Das Foundry-Segment allein verlor 2,4 Milliarden Dollar.

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Der Aktienkurs notiert aktuell bei rund 99,50 Euro und damit knapp zehn Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch. Der RSI von 18,9 signalisiert eine technisch überverkaufte Lage — was angesichts der Jahresperformance von fast 200 Prozent seit Januar eher Konsolidierung als Trendwende bedeutet.

Q2 als nächste Bewährungsprobe

Für das zweite Quartal erwartet das Management einen Umsatz zwischen 13,8 und 14,8 Milliarden Dollar sowie einen Non-GAAP-Gewinn je Aktie von 0,20 Dollar. Die Zahlen erscheinen im Juli.

Bis dahin bleibt die Kernfrage offen: Das Foundry-Geschäft generiert kaum externe Umsätze und verschlingt Kapital. Positiver freier Cashflow ist frühestens Ende 2026 realistisch. Solange das so bleibt, hängt die Bewertung fast vollständig an der Hoffnung auf künftiges KI-Wachstum — und an fehlerfreier Ausführung.

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