Intel Aktie: Gefährliche Hängepartie?

Trotz angehobener Kursziele sehen Analysten bei Intel Risiken durch sinkende Margen, Kapazitätsengpässe und eine mögliche PC-Schwäche. Der anstehende Quartalsbericht bringt Klarheit.

Intel Aktie
Kurz & knapp:
  • Jefferies und Citi erhöhen Kursziele für Intel
  • Warnung vor Verfehlung der Margenerwartungen
  • Kapazitätsengpässe bremsen Server-Geschäft
  • Ergebnisbericht am 22. Januar erwartet

Intel steht vor einem Dilemma. Während die eine Hand gibt, nimmt die andere. Jefferies hat am Freitag das Kursziel von 40 auf 45 US-Dollar angehoben, doch die Einstufung bleibt bei „Hold“. Citi wiederum stufte die Aktie von „Verkaufen“ auf „Neutral“ hoch – mit einem Kursziel von 50 US-Dollar. Klingt zunächst gut, oder?

Nicht ganz. Denn beide Analystenhäuser liefern gleich die Ernüchterung mit. Jefferies rechnet damit, dass Intel die Margenerwartungen verfehlen wird. Durch den Hochlauf von Lunar Lake und 18A für GR dürften die Margen unter 36 Prozent fallen – verglichen mit den Markterwartungen von 36,1 Prozent. Das wäre ein Rückgang um 200 Basispunkte gegenüber dem Dezember-Konsens.

Kapazitätsengpässe bremsen Server-Boom

Die Nachfrage nach Serverprodukten zieht an, vor allem mit Blick auf 2026. Doch Intel kann davon nur bedingt profitieren. Warum? Das Unternehmen kämpft mit Kapazitätsengpässen. Die verfügbare Produktion bei Intel 7/10 soll nun von Low-End-PCs auf ältere Server-Produkte umgelenkt werden – ein Notbehelf, keine Strategie.

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Jefferies erwartet zudem, dass der PC-Markt ab März schwächelt. Die Prognose: ein Rückgang von mindestens mittlerem einstelligem Prozentbereich, möglicherweise sogar 8 Prozent im März. Steigende Speicherkosten könnten zu Downgrades bei der Ausstattung und höheren PC-Preisen führen.

Jahresausblick könnte enttäuschen

Das volle Jahr dürfte ebenfalls durchwachsen ausfallen. Jefferies geht davon aus, dass Intels Kommentare zum Gesamtjahr „relativ enttäuschend“ ausfallen werden. Die Kapazitätsprobleme verhindern eine vollständige Monetarisierung der Server-Nachfrage, während gleichzeitig PC-Schwäche und Margendruck das Jahr belasten.

Am 22. Januar steht der Earnings-Report an. Dann wird sich zeigen, ob Intel seine aktuelle Bruttomarge von 33,02 Prozent verbessern kann – oder ob die Skepsis der Analysten berechtigt ist. Die Kursziele reichen derzeit von 20,40 bis 60 US-Dollar – ein Spannungsfeld, das die Unsicherheit widerspiegelt.

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Politischer Rückenwind und strategische Deals

Nicht alles ist düster. Präsident Donald Trump lobte kürzlich Intels Start eines neuen Sub-2-Nanometer-Prozessors und hob dessen Bedeutung für die US-Wirtschaft hervor. Intel-CEO Pat Gelsinger hatte sich zuvor mit Trump getroffen. Zudem gibt es eine Vereinbarung mit NVIDIA, die RBC Capital als positiv bewertet.

Auch Mobileye, eine Intel-Tochter, macht Schlagzeilen: Der Kauf von Mentee Robotics für 900 Millionen US-Dollar soll Anfang 2026 abgeschlossen werden. Die Integration von Mobileyes autonomer Fahrtechnologie mit Mentees Robotik-Plattform könnte langfristig Potenzial bieten.

Kurzfristig aber bleibt die Frage: Kann Intel die Erwartungen beim Earnings-Call erfüllen? Die Aktie steht bei 48,32 US-Dollar, nahe dem 52-Wochen-Hoch von 50,39 US-Dollar – nach einem beachtlichen Jahresplus von 145,65 Prozent. Doch InvestingPro stuft die Bewertung als zu hoch ein. Die nächsten Tage werden zeigen, ob die Rallye Substanz hat.

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