Ein neuer Fertigungsprozess sorgt für Auftrieb bei Intel. Der Chiphersteller nutzt erstmals die High-NA-EUV-Technologie von ASML in der Hochvolumenfertigung eines Logikprodukts — und die Aktie reagiert deutlich.
Intel Foundry produziert damit einen Teil der Intel-Core-Ultra-Series-3-Prozessoren mit dem Codenamen Panther Lake im 18A-Verfahren. Für ausgewählte Produktionsschritte kommt dabei die neueste Lithografie-Generation von ASML zum Einsatz. Naga Chandrasekaran, verantwortlich für Intel Foundry, sprach von qualifizierten High-NA-EUV-Prozessoptionen auf bestimmten 18A-Produktebenen — mit dem Ziel, die Ausbeute zu steigern und künftige Technologieknoten flexibler zu gestalten.
Warum der Schritt zählt
High-NA-EUV-Systeme gelten als nächster großer Sprung in der Chipfertigung. Sie ermöglichen präzisere Strukturen für Knoten im 2-Nanometer-Bereich und darunter — Bereiche, in denen die physikalischen Grenzen klassischer Lithografie zunehmend erreicht sind. Dass Intel als erster Kunde ein Logikprodukt damit in Serie bringt, gilt als Bestätigung, dass die Technologie reif für die Massenfertigung ist.
Für ASML ist der Schritt strategisch bedeutsam: Das Unternehmen kann nun mit anderen führenden Chipherstellern über die Einführung der Technologie sprechen, gestützt auf einen funktionierenden Referenzfall. Für Intel wiederum ist der 18A-Prozess zentral für die eigene Foundry-Strategie — die Fähigkeit, modernste Fertigungstechnik verlässlich in Serie zu bringen, entscheidet mit darüber, ob externe Kunden dem Unternehmen künftig Aufträge anvertrauen.
Kursreaktion fällt deutlich aus
Die Intel-Aktie legte im regulären Handel rund 4,5 Prozent zu und setzte im nachbörslichen Handel weiter zu. Der Kurs bewegte sich bei rund 110 US-Dollar. Der Anstieg fiel damit spürbar aus, blieb aber im Rahmen dessen, was auf positive Branchennachrichten üblich ist.
Der Rückenwind kam nicht nur von der Fertigungsnachricht selbst. ASML legte zeitgleich Quartalszahlen vor, die die eigenen Prognosen übertrafen: Der Umsatz stieg auf 9,3 Milliarden Euro, der Nettogewinn auf 2,9 Milliarden Euro. Der niederländische Ausrüster hob zudem die Jahresprognose an und rechnet nun mit einem Gesamtumsatz von 43 bis 45 Milliarden Euro für 2026 — getrieben von starker Nachfrage aus der KI-Chipfertigung bei Kunden wie TSMC, Samsung und SK Hynix. Diese positive Branchenstimmung strahlte auf Intel als prominenten ASML-Kunden aus.
Der 18A-Prozess mit High-NA-EUV-Einsatz bleibt der zentrale Prüfstein für Intels Foundry-Ambitionen. Ob sich aus dem Panther-Lake-Meilenstein weitere Aufträge externer Kunden ergeben, dürfte sich in den kommenden Quartalsberichten zeigen — insbesondere daran, wie schnell Intel die Ausbeute im neuen Verfahren hochfährt.
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