Intels Quartalsausblick hat gestern Abend nicht nur die eigene Aktie getroffen. Die Prognose für das Schlussquartal fiel so schwach aus, dass der Chipsektor am Freitag geschlossen unter Druck steht. Nachbörslich verlor das Papier zeitweise rund 23 Prozent, im vorbörslichen Handel standen zeitweise knapp 25 Prozent Minus zu Buche.

Prognose weit unter Konsens

Intel stellt für das vierte Quartal 15 bis 16 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht. Der Markt hatte mit rund 17,1 Milliarden Dollar gerechnet. Die Prognose deutet auf einen Umsatzrückgang von etwa 20 Prozent gegenüber dem Vorquartal hin.

Als Ursache gelten die stark gestiegenen Speicherpreise. Sie verteuern PCs, die Nachfrage sinkt. Intel profitiert damit gerade nicht vom KI-Boom, sondern leidet unter dessen Nebenwirkungen. Zudem rechnet der Konzern damit, dass sich die Lagerbereinigung im Markt bis in die erste Hälfte 2027 zieht. Analysten dürften ihre Schätzungen entsprechend zurücknehmen.

Sektor im Sog

Der Schaden bleibt nicht auf Intel beschränkt. AMD gab vorbörslich um 6,5 Prozent nach, obwohl der Rivale erst am 3. November Zahlen vorlegt. Anleger scheinen ähnliche Gegenwinde für dessen PC-Geschäft zu befürchten.

Hinzu kommt die allgemeine Tech-Schwäche. Amazon verfehlte mit leicht verpassten Erwartungen und hohen KI-Investitionen die Anlegerhoffnungen, der freie Cashflow rutschte ins Minus. In Europa lag der Technologiesektor am Morgen rund 2 Prozent im Minus, der breite Stoxx 600 gab nur leicht nach. Intel und Amazon haben dort Zweifel an der Rendite der KI-Ausgaben neu entfacht.

Der Handel in den USA bestimmt, ob Intel den Verlust ausweitet oder begrenzt. Zum Schlusskurs von 92,07 Dollar fehlten vorbörslich zeitweise knapp 25 Dollar, der Kurs lag bei rund 67 Dollar. Ein Teil der Anleger dürfte nun auf AMDs Zahlen am 3. November schauen, um zu beurteilen, ob die PC-Schwäche branchenweit durchschlägt oder Intel-spezifisch ist.