Zwei prominente Namen, eine Richtung: Nancy Pelosi und Masayoshi Son haben in den vergangenen Stunden unabhängig voneinander ihre Überzeugung bekräftigt, dass Intel noch deutlich Luft nach oben hat. Das verleiht der Aktie heute zusätzlichen Rückenwind.

Pelosi greift zu Call-Optionen

Die ehemalige Sprecherin des US-Repräsentantenhauses meldete in einem kongress­internen Handelsbericht den Kauf von 200 Call-Optionen auf Intel — mit einem Ausübungspreis von 50 Dollar und Laufzeit bis März 2027. Der Investitionswert liegt nach Angaben des Berichts zwischen einer und fünf Millionen Dollar. Bei einem aktuellen Kurs deutlich über 130 Dollar sind die Optionen tief im Geld; Pelosi setzt damit auf eine anhaltende Aufwärtsbewegung bis mindestens ins erste Quartal 2027.

Pelosi ist an der Wall Street bekannt für zeitlich gut platzierte Tech-Wetten — zuletzt etwa auf Nvidia und Palo Alto Networks. Ihr Einstieg bei Intel kommt nach monatelanger Pause.

Sons Investitionsthese: Nationales Sicherheitsgut

Auf der SoftBank-Hauptversammlung in Tokio verteidigte Masayoshi Son das rund zwei Milliarden Dollar schwere Intel-Investment, das sein Konzern im August 2025 zu einem Einstandskurs von etwa 23 Dollar je Aktie eingegangen war. Seither hat sich der Kurs auf über 130 Dollar mehr als verfünffacht — ein erheblicher Buchgewinn für SoftBank.

Sons Begründung geht über die reine Rendite hinaus. Er bezeichnet Intel als nationales Sicherheitsgut der USA: Der US-Staat habe keine Wahl, das Unternehmen zu stärken. Rückendeckung durch die Trump-Administration, Partnerschaftsabkommen mit Apple und Nvidia sowie wachsende Bedeutung als Alternative zu TSMC im geopolitischen Kontext — all das bildet laut Son die Investmentthese.

Supermicro baut auf Intel-Technologie

Parallel dazu tritt Intel auch operativ in Erscheinung. Supermicro hat heute eine Erweiterung seines Edge-KI-Portfolios angekündigt, das auf Intels Core-Ultra-Prozessoren und Arc-Pro-GPUs aufbaut. Die neuen Systeme richten sich an Branchen wie Fertigung, Einzelhandel und Logistik und sollen KI-Inferenz mit geringer Latenz direkt am Ort der Datenentstehung ermöglichen. Für Intel bedeutet das: ein weiterer Abnehmer, der auf die eigene Chip-Architektur setzt.

Der operative Nachweis steht allerdings noch aus. CEO Lip-Bu Tan muss Ankerkunden für die Foundry-Sparte gewinnen und den Fertigungsprozessknoten 18A am Markt beweisen. Erste belastbare Antworten darauf erwartet der Markt mit dem Quartalsbericht im Herbst 2026.