Der April läuft für Intel wie selten zuvor. Ein Kursanstieg von rund 50 Prozent allein in diesem Monat macht ihn zu einem der stärksten Aprilmonate in der Geschichte des Chipriesen — und das kurz vor dem heutigen Quartalsbericht nach Börsenschluss.
Noch spannender ist das Umfeld, in dem diese Zahlen kommen: Intels Einstieg in das Terafab-Projekt von Elon Musk sowie die erweiterte KI-CPU-Partnerschaft mit Google haben dem Titel in den vergangenen Wochen erheblichen Rückenwind gegeben. Hinzu kommt, dass die US-Regierung und Nvidia im vergangenen Jahr Beteiligungen am Konzern erworben haben — ein Vertrauenssignal, das den Kurs seither beflügelt.
Was die Analysten erwarten
Die Messlatte für heute Abend liegt bei einem Gewinn je Aktie von knapp 0,02 Dollar bei einem Umsatz von rund 12,4 Milliarden Dollar. Bescheidene Zahlen auf den ersten Blick — doch der Markt schaut längst über das aktuelle Quartal hinaus.
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Lynx Equity hat sein Kursziel zuletzt auf 90 Dollar angehoben und begründet das mit verbesserten Bruttomargen sowie einer überraschenden Stärke im Client-Computing-Segment. Die Fertigungsknoten Intel 3, Intel 7 und 14 Nanometer laufen demnach auf Volllast — ein Hinweis, dass die Lieferengpässe des Vorquartals weitgehend der Vergangenheit angehören. Für 2028 modelliert die Investmentbank einen Umsatz von 74,7 Milliarden Dollar bei einer Bruttomarge von 45 Prozent. HSBC geht sogar noch weiter und sieht das Kursziel bei 95 Dollar, gestützt auf wachsende Server-CPU-Nachfrage.
Nicht alle Beobachter teilen diesen Optimismus. RBC Capital bleibt bei einem Kursziel von 48 Dollar, Stifel bei 65 Dollar mit einer Halteempfehlung. Die Bandbreite der Einschätzungen ist damit ungewöhnlich groß — ein Zeichen dafür, wie viel bei Intel derzeit tatsächlich im Fluss ist.
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Foundry-Ambitionen als Joker
Ein Faktor, der in den Kurszielen der meisten Häuser noch kaum auftaucht, ist die potenzielle Langfristpartnerschaft zwischen Intel Foundry Services und Terafab. Lynx Equity sieht darin eine strategische Option, die dem Konzern langfristige Planbarkeit bei der Entwicklung fortgeschrittener Fertigungsprozesse verschaffen könnte — und die im aktuellen Kurs noch nicht eingepreist ist.
Heute Abend werden die Zahlen zeigen, ob die operative Realität mit der Kursrallye Schritt halten kann. Immerhin haben elf Analysten ihre Gewinnschätzungen für das laufende Quartal zuletzt nach oben korrigiert — der Erwartungsdruck ist also spürbar gestiegen.
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