Intel: BofA senkt Ziel auf 56 Dollar

Intels Kursrally treibt Bewertung auf Dotcom-Niveau, während Analysten über operative Risiken und rote Zahlen streiten.

Intel Aktie
Kurz & knapp:
  • Aktienkurs steigt um 178 Prozent
  • Bewertung erreicht KGV von 125
  • Analysten uneins über Kursziele
  • Operative Verluste belasten Bilanz

Die Kursrally von Intel sprengt historische Maßstäbe. Seit dem Einstieg der US-Regierung im vergangenen Sommer hat sich der Wert des Chipherstellers vervielfacht und erreicht nun Bewertungsniveaus der Dotcom-Ära. An der Wall Street sorgt diese Diskrepanz zwischen Euphorie und operativer Realität für tiefe Risse.

Allein im laufenden Jahr schoss die Intel-Aktie um 178 Prozent nach oben. Gestern schloss das Papier bei 93,43 Euro und notiert damit nur knapp unter dem jüngsten 52-Wochen-Hoch. Der Marktwert nähert sich rasant der Marke von 550 Milliarden US-Dollar.

Treiber dieser Entwicklung ist der Staat. Im vergangenen August sicherte sich die US-Regierung für knapp neun Milliarden Dollar einen Anteil von zehn Prozent. Auf dem Papier bescherte dieser Deal Washington bereits einen massiven Buchgewinn. Das treibt die Bewertung auf die Spitze. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 125 ist die Aktie historisch teuer.

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Wall Street spaltet sich

Diese Fallhöhe polarisiert die Analysten. Auf der optimistischen Seite rufen Häuser wie Evercore ISI eine „CPU-Renaissance“ aus. Sie verdoppelten ihr Kursziel auf 111 US-Dollar. Eine ganze Reihe von Investmentbanken zog nach und sieht den fairen Wert nun im Bereich um 100 Dollar.

Bank of America hält dagegen. Analyst Vivek Arya rät weiterhin zur Untergewichtung und taxiert den fairen Wert auf lediglich 56 Dollar. Er verweist auf anhaltende Probleme im Auftragsfertigungsgeschäft. Die Ausbeute bei den neuen Chip-Generationen liege unter den Erwartungen. Hinzu kommt das Fehlen eines großen externen Kunden für die Wafer-Produktion.

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Rote Zahlen und schrumpfende Marktanteile

Die operativen Zahlen stützen die Skepsis der Bären. Im ersten Quartal verbuchte Intel einen Nettoverlust von 3,7 Milliarden Dollar. Ein Großteil davon geht auf eine Abschreibung bei der Tochter Mobileye zurück. Parallel dazu verbrannte der Konzern fast vier Milliarden Dollar an freiem Cashflow.

Auch im Kerngeschäft wächst der Druck. Bei den Prozessoren für PC-Spieler verliert Intel laut aktuellen Erhebungen kontinuierlich Marktanteile an den Rivalen AMD. Im Grafikkarten-Segment dominiert Nvidia den Markt ohnehin fast nach Belieben, während Intel hier nur noch eine marginale Rolle spielt.

Der nächste Härtetest steht mit der Prognose für das zweite Quartal an. Intel peilt hier einen Umsatz von rund 14 Milliarden Dollar an. CEO Lip-Bu Tan setzt dabei auf einen strukturellen Wandel in der Künstlichen Intelligenz. Laut dem Management rücken klassische Prozessoren bei KI-Anwendungen wieder stärker in den Fokus, was das Verhältnis von CPUs zu GPUs mittelfristig ausgleichen soll. Ob das operative Geschäft diese ehrgeizige KI-Erzählung stützen kann, entscheidet sich mit den kommenden Auslieferungszahlen der Foundry-Sparte.

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Dr. Robert Sasse: Ökonom, Unternehmer, Finanzexperte

Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom, erfahrener Unternehmer und anerkannter Experte für Finanzmärkte. Mit über zwei Jahrzehnten Erfahrung in der Analyse von Aktienmärkten und wirtschaftlichen Zusammenhängen verbindet er wissenschaftliche Fundierung mit unternehmerischer Praxis. Er unterstützt Anleger, die langfristigen Vermögensaufbau und finanzielle Unabhängigkeit durch fundierte Strategien anstreben.

Werdegang und Erfahrung

Dr. Sasses Laufbahn ist geprägt von akademischer Exzellenz und praktischer Marktkenntnis. Er promovierte in Wirtschaftswissenschaften und hält einen Master of Science in Marketing und Sales sowie einen Abschluss als Betriebswirt. Bereits während und nach dem Studium sammelte er in renommierten Analystenhäusern und Unternehmen tiefgreifende Erfahrungen in der Bewertung von Aktien und Fonds.

Als Gründer und Geschäftsführer der YES Investmedia GmbH ist er unternehmerisch im Bereich der Finanzpublikationen tätig. Seine Expertise umfasst die Analyse komplexer wirtschaftlicher Themen wie demographischer Wandel oder globaler Markttrends sowie deren Auswirkungen auf die Finanzmärkte. Durch seine langjährige Tätigkeit hat er sich als Autor zahlreicher Analysen und Kommentare zu wirtschaftlichen und börsenrelevanten Themen etabliert.

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