Die Kursrally von Intel sprengt historische Maßstäbe. Seit dem Einstieg der US-Regierung im vergangenen Sommer hat sich der Wert des Chipherstellers vervielfacht und erreicht nun Bewertungsniveaus der Dotcom-Ära. An der Wall Street sorgt diese Diskrepanz zwischen Euphorie und operativer Realität für tiefe Risse.
Allein im laufenden Jahr schoss die Intel-Aktie um 178 Prozent nach oben. Gestern schloss das Papier bei 93,43 Euro und notiert damit nur knapp unter dem jüngsten 52-Wochen-Hoch. Der Marktwert nähert sich rasant der Marke von 550 Milliarden US-Dollar.
Treiber dieser Entwicklung ist der Staat. Im vergangenen August sicherte sich die US-Regierung für knapp neun Milliarden Dollar einen Anteil von zehn Prozent. Auf dem Papier bescherte dieser Deal Washington bereits einen massiven Buchgewinn. Das treibt die Bewertung auf die Spitze. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 125 ist die Aktie historisch teuer.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Intel?
Wall Street spaltet sich
Diese Fallhöhe polarisiert die Analysten. Auf der optimistischen Seite rufen Häuser wie Evercore ISI eine „CPU-Renaissance“ aus. Sie verdoppelten ihr Kursziel auf 111 US-Dollar. Eine ganze Reihe von Investmentbanken zog nach und sieht den fairen Wert nun im Bereich um 100 Dollar.
Bank of America hält dagegen. Analyst Vivek Arya rät weiterhin zur Untergewichtung und taxiert den fairen Wert auf lediglich 56 Dollar. Er verweist auf anhaltende Probleme im Auftragsfertigungsgeschäft. Die Ausbeute bei den neuen Chip-Generationen liege unter den Erwartungen. Hinzu kommt das Fehlen eines großen externen Kunden für die Wafer-Produktion.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Intel?
Rote Zahlen und schrumpfende Marktanteile
Die operativen Zahlen stützen die Skepsis der Bären. Im ersten Quartal verbuchte Intel einen Nettoverlust von 3,7 Milliarden Dollar. Ein Großteil davon geht auf eine Abschreibung bei der Tochter Mobileye zurück. Parallel dazu verbrannte der Konzern fast vier Milliarden Dollar an freiem Cashflow.
Auch im Kerngeschäft wächst der Druck. Bei den Prozessoren für PC-Spieler verliert Intel laut aktuellen Erhebungen kontinuierlich Marktanteile an den Rivalen AMD. Im Grafikkarten-Segment dominiert Nvidia den Markt ohnehin fast nach Belieben, während Intel hier nur noch eine marginale Rolle spielt.
Der nächste Härtetest steht mit der Prognose für das zweite Quartal an. Intel peilt hier einen Umsatz von rund 14 Milliarden Dollar an. CEO Lip-Bu Tan setzt dabei auf einen strukturellen Wandel in der Künstlichen Intelligenz. Laut dem Management rücken klassische Prozessoren bei KI-Anwendungen wieder stärker in den Fokus, was das Verhältnis von CPUs zu GPUs mittelfristig ausgleichen soll. Ob das operative Geschäft diese ehrgeizige KI-Erzählung stützen kann, entscheidet sich mit den kommenden Auslieferungszahlen der Foundry-Sparte.
Intel-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Intel-Analyse vom 8. Mai liefert die Antwort:
Die neusten Intel-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Intel-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 8. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Intel: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...


