Intel: Data Center springt 22% auf $5,1 Mrd.

Intel überrascht mit starken Quartalszahlen und übertrifft Analystenerwartungen deutlich. KI-Nachfrage und CPU-Geschäft treiben das Wachstum an.

Intel Aktie
Kurz & knapp:
  • Deutlich höherer Gewinn als erwartet
  • KI-Boom beflügelt Rechenzentrumssparte
  • Foundry-Sparte wächst, bleibt aber defizitär
  • Aktienkurs steigt auf neues 52-Wochen-Hoch

Intels Quartalszahlen für das erste Quartal 2026 haben die Wall Street kalt erwischt — im positiven Sinne. Der Chipkonzern lieferte einen bereinigten Gewinn je Aktie von 0,29 Dollar bei einem Umsatz von 13,58 Milliarden Dollar. Analysten hatten lediglich 0,01 Dollar EPS und 12,42 Milliarden Dollar Umsatz erwartet. Das Ergebnis markiert das sechste Quartal in Folge, in dem Intel die eigene Guidance übertroffen hat.

KI-Nachfrage treibt das Rechenzentrumsgeschäft

Der stärkste Wachstumstreiber war das Datacenter-Segment: Der Umsatz stieg um 22 Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar. Hintergrund ist eine strukturelle Verschiebung im KI-Markt — agentenbasierte Workloads verlagern Rechenanforderungen zunehmend auf CPUs, die bislang im Schatten von Nvidias Grafikprozessoren standen. CEO Lip-Bu Tan brachte es auf den Punkt: „Die CPU etabliert sich erneut als unverzichtbare Grundlage des KI-Zeitalters.“

Das PC-Chipgeschäft hielt mit 7,7 Milliarden Dollar ebenfalls über den Erwartungen. Die Non-GAAP-Bruttomarge erreichte 41 Prozent — rund 650 Basispunkte über der eigenen Prognose, getrieben durch höhere Volumina, besseren Produktmix und Preissetzungsmacht.

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Foundry wächst, GAAP-Verlust bleibt hoch

Das Foundry-Segment erzielte 5,4 Milliarden Dollar Umsatz, ein Plus von 20 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Das operative Ergebnis des Segments verbesserte sich leicht, bleibt mit einem Verlust von 2,4 Milliarden Dollar aber tief im Minus. Auf GAAP-Basis wies Intel einen Nettoverlust von 3,7 Milliarden Dollar aus — maßgeblich durch Restrukturierungskosten und eine Goodwill-Abschreibung bei Mobileye in Höhe von insgesamt 4,1 Milliarden Dollar.

Auf der Technologieseite laufen die Fertigungsknoten 18A und 14A besser als erwartet. Tesla kündigte an, Intels 14A-Prozess für eigene Chips zu nutzen. Google Cloud verlängerte seine Partnerschaft mit Intel und weitet die gemeinsame Entwicklung kundenspezifischer Infrastrukturprozessoren aus.

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Analysten uneins über Bewertung

Der Ausblick auf das zweite Quartal übertrifft die Konsensschätzungen erneut: Intel erwartet einen Umsatz zwischen 13,8 und 14,8 Milliarden Dollar sowie einen bereinigten EPS von 0,20 Dollar — Analysten hatten 13,07 Milliarden Dollar Umsatz und 0,09 Dollar EPS auf dem Zettel.

Die Reaktion der Analysten fiel gemischt aus. Benchmark hob sein Kursziel auf 76 Dollar an, Northland auf 92 Dollar. HSBC wechselte von „Hold“ auf „Buy“ und verdoppelte sein Ziel auf 95 Dollar — mit dem Argument, dass Intels Preissetzungsmacht bei Server-CPUs noch unterschätzt werde. Wedbush-Analyst Matt Bryson bleibt skeptisch: Die Kurserholung sei weniger auf verbesserte Ausführung zurückzuführen als auf knappes Angebot an Spitzenfertigung durch den KI-Boom.

Die Aktie notiert auf einem neuen 52-Wochen-Hoch von 71,36 Euro — ein Tagesplus von knapp 24 Prozent. Seit Jahresbeginn hat sich der Kurs mehr als verdoppelt. Ob Intel dieses Tempo halten kann, wird sich zeigen, wenn in der zweiten Jahreshälfte die Hochlaufkosten für den 18A-Knoten voll durchschlagen.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.