Intel: Data-Center-Umsatz steigt 22 Prozent

Intels Turnaround gewinnt durch KI-Inferenz-Nachfrage an Fahrt, doch hohe Verluste belasten die Bilanz.

Intel Aktie
Kurz & knapp:
  • Kursanstieg um über 400 Prozent
  • KI-Segment treibt Umsatzwachstum
  • Tesla als Foundry-Großkunde gewonnen
  • Analysten bleiben trotz Rallye vorsichtig

Eine Aktie, die sich innerhalb von zwölf Monaten verfünffacht. Das ist keine Übertreibung — Intel notiert rund 406 Prozent über dem Vorjahresniveau und hat sich von einem Tief bei 16,69 Euro auf knapp 95 Euro katapultiert. Hinter dem Kursanstieg steckt mehr als Euphorie.

Inference-Welle trifft auf Xeon-Engpass

Der KI-Markt dreht sich gerade. Hyperscaler und Tech-Konzerne verlagern ihre Rechenkapazitäten vom Training großer Sprachmodelle hin zur Inferenz — also zur Anwendung dieser Modelle auf echte Daten. Das verschiebt die Chip-Nachfrage strukturell.

Beim Training kommen auf eine CPU etwa acht GPUs. Bei Inferenz-Workloads sinkt dieses Verhältnis auf rund eins zu vier. Agentic AI könnte es weiter in Richtung Parität drücken. Das bedeutet: mehr CPU-Bedarf pro GPU. Für Intel und seine Xeon-Server-Prozessoren ist das eine direkte Nachfragequelle — eine, die das Unternehmen nach eigenen Angaben derzeit nicht vollständig bedienen kann.

Zahlen bestätigen den Trend

Intel übertraf im ersten Quartal 2026 zum sechsten Mal in Folge die eigenen Prognosen. Das Rechenzentrum- und KI-Segment erzielte 5,1 Milliarden Euro Umsatz, ein Plus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Foundry-Geschäft wuchs um 16 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro.

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Die KI-getriebenen Geschäftsbereiche machen inzwischen 60 Prozent des Gesamtumsatzes aus und wuchsen um 40 Prozent. Für das zweite Quartal erwartet Intel einen Umsatz zwischen 13,8 und 14,8 Milliarden Euro.

Allerdings bleibt die GAAP-Realität ernüchternd. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 3,7 Milliarden Euro — belastet durch eine Wertberichtigung auf die Mobileye-Beteiligung von über vier Milliarden Euro. Der freie Cashflow war ebenfalls tief negativ. Die Schere zwischen bereinigten Gewinnen und dem GAAP-Ergebnis ist das zentrale Spannungsfeld für alle, die Intels Bewertung einordnen wollen.

Foundry gewinnt an Glaubwürdigkeit

Intels Fertigungstechnologie macht Fortschritte. Die Prozessknoten Intel 4, Intel 3 und 18A liefern bessere Ausbeuten als intern geplant. Tesla hat sich als erster Großkunde für den nächsten Knoten 14A verpflichtet — vermutlich im Zusammenhang mit Teslas geplantem KI-Chip-Komplex in Austin. Erste Design-Commitments weiterer Kunden erwartet Intel ab der zweiten Jahreshälfte 2026.

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Hinzu kommen zwei Personalentscheidungen vom 4. Mai: Alex Katouzian, ehemals Qualcomm, übernimmt das Client-Computing-Geschäft. Pushkar Ranade wechselt vom Interims- in den permanenten CTO-Posten und verantwortet künftig auch Quantencomputing und Photonik.

Analysten gespalten

Eine Reihe von Häusern — darunter Evercore ISI, Citi und KeyBanc — hat Intel zuletzt hochgestuft und Kursziele zwischen 95 und 118 Euro ausgegeben. Sie sehen eine glaubwürdige Trendwende und sprechen von einer CPU-Renaissance.

Der Konsens bleibt trotzdem vorsichtig. Von 44 Analysten empfehlen 31 ein „Hold“. Das durchschnittliche Kursziel liegt unter dem aktuellen Kurs von rund 95 Euro — was bedeutet, dass der Markt die Turnaround-Story bereits weitgehend eingepreist hat. Wer jetzt einsteigt, wettet darauf, dass die operative Verbesserung schneller kommt als die Bilanzlasten wachsen.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.