Eine Aktie, die sich innerhalb von zwölf Monaten verfünffacht. Das ist keine Übertreibung — Intel notiert rund 406 Prozent über dem Vorjahresniveau und hat sich von einem Tief bei 16,69 Euro auf knapp 95 Euro katapultiert. Hinter dem Kursanstieg steckt mehr als Euphorie.
Inference-Welle trifft auf Xeon-Engpass
Der KI-Markt dreht sich gerade. Hyperscaler und Tech-Konzerne verlagern ihre Rechenkapazitäten vom Training großer Sprachmodelle hin zur Inferenz — also zur Anwendung dieser Modelle auf echte Daten. Das verschiebt die Chip-Nachfrage strukturell.
Beim Training kommen auf eine CPU etwa acht GPUs. Bei Inferenz-Workloads sinkt dieses Verhältnis auf rund eins zu vier. Agentic AI könnte es weiter in Richtung Parität drücken. Das bedeutet: mehr CPU-Bedarf pro GPU. Für Intel und seine Xeon-Server-Prozessoren ist das eine direkte Nachfragequelle — eine, die das Unternehmen nach eigenen Angaben derzeit nicht vollständig bedienen kann.
Zahlen bestätigen den Trend
Intel übertraf im ersten Quartal 2026 zum sechsten Mal in Folge die eigenen Prognosen. Das Rechenzentrum- und KI-Segment erzielte 5,1 Milliarden Euro Umsatz, ein Plus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Foundry-Geschäft wuchs um 16 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro.
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Die KI-getriebenen Geschäftsbereiche machen inzwischen 60 Prozent des Gesamtumsatzes aus und wuchsen um 40 Prozent. Für das zweite Quartal erwartet Intel einen Umsatz zwischen 13,8 und 14,8 Milliarden Euro.
Allerdings bleibt die GAAP-Realität ernüchternd. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 3,7 Milliarden Euro — belastet durch eine Wertberichtigung auf die Mobileye-Beteiligung von über vier Milliarden Euro. Der freie Cashflow war ebenfalls tief negativ. Die Schere zwischen bereinigten Gewinnen und dem GAAP-Ergebnis ist das zentrale Spannungsfeld für alle, die Intels Bewertung einordnen wollen.
Foundry gewinnt an Glaubwürdigkeit
Intels Fertigungstechnologie macht Fortschritte. Die Prozessknoten Intel 4, Intel 3 und 18A liefern bessere Ausbeuten als intern geplant. Tesla hat sich als erster Großkunde für den nächsten Knoten 14A verpflichtet — vermutlich im Zusammenhang mit Teslas geplantem KI-Chip-Komplex in Austin. Erste Design-Commitments weiterer Kunden erwartet Intel ab der zweiten Jahreshälfte 2026.
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Hinzu kommen zwei Personalentscheidungen vom 4. Mai: Alex Katouzian, ehemals Qualcomm, übernimmt das Client-Computing-Geschäft. Pushkar Ranade wechselt vom Interims- in den permanenten CTO-Posten und verantwortet künftig auch Quantencomputing und Photonik.
Analysten gespalten
Eine Reihe von Häusern — darunter Evercore ISI, Citi und KeyBanc — hat Intel zuletzt hochgestuft und Kursziele zwischen 95 und 118 Euro ausgegeben. Sie sehen eine glaubwürdige Trendwende und sprechen von einer CPU-Renaissance.
Der Konsens bleibt trotzdem vorsichtig. Von 44 Analysten empfehlen 31 ein „Hold“. Das durchschnittliche Kursziel liegt unter dem aktuellen Kurs von rund 95 Euro — was bedeutet, dass der Markt die Turnaround-Story bereits weitgehend eingepreist hat. Wer jetzt einsteigt, wettet darauf, dass die operative Verbesserung schneller kommt als die Bilanzlasten wachsen.
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