Interactive Brokers Aktie: Trotz Rekordgewinn abgestraft

Der Online-Broker übertrifft Umsatz- und Gewinnerwartungen, doch der Aktienkurs sinkt aufgrund von Sondereffekten und Bedenken zur künftigen Profitabilität.

Interactive Brokers Aktie
Kurz & knapp:
  • Gewinn je Aktie übertrifft Analystenschätzungen
  • Kundenvermögen steigt um 37 Prozent auf 780 Mrd. USD
  • Mehr als eine Million neue Konten im Rekordjahr 2025
  • Dividende von 0,08 USD je Aktie beschlossen

Die Zahlen hätten besser kaum ausfallen können – doch die Anleger zeigten sich unbeeindruckt. Interactive Brokers meldete am Dienstag für das vierte Quartal 2025 einen Gewinn je Aktie von 0,65 Dollar, deutlich über den erwarteten 0,59 Dollar. Auch beim Umsatz übertraf der Online-Broker mit 1,64 Milliarden Dollar die Analystenschätzungen von 1,61 Milliarden Dollar. Die Reaktion an der Börse? Ein Kursrückgang von 1,3 Prozent im nachbörslichen Handel.

Warum die Enttäuschung?

Die Erklärung liegt im Detail. BMO Capital hob zwar das Kursziel von 80 auf 82 Dollar an und bestätigte die „Outperform“-Einstufung, verwies aber auf einen besonderen Effekt: Steuerliche Vorteile trugen 5 Cent zum Ergebnis bei. Ohne diesen Windfall hätte der Gewinn pro Aktie nur bei 0,60 Dollar gelegen – immer noch über den Erwartungen, aber weniger spektakulär. Zudem bezeichnete Analyst Brennan Hawken die Entwicklung bei den nicht-kontrollierenden Anteilen als „noisy“ – also schwer interpretierbar.

Das Nettozinsergebnis entwickelte sich zwar planmäßig, profitierte jedoch von einer Verzögerung zwischen sinkenden Zinssätzen und den Renditen auf Vermögenswerte. Mit anderen Worten: Die Profitabilität könnte unter Druck geraten, sobald dieser Effekt ausläuft.

Rekorde am laufenden Band

Für das Gesamtjahr 2025 lieferte Interactive Brokers dennoch beeindruckende Kennzahlen. Erstmals knackte der Broker die Marke von 6 Milliarden Dollar bei den Nettoerlösen. Die Provisionserträge kletterten um 27 Prozent auf 2,1 Milliarden Dollar, getrieben durch ein Handelsvolumen, das in allen wichtigen Produktkategorien zulegte: Options-Kontrakte um 27 Prozent, Futures um 22 Prozent, Aktien um 16 Prozent.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Interactive Brokers?

Das Kundenvermögen explodierte förmlich – ein Plus von 37 Prozent auf 779,9 Milliarden Dollar zum Jahresende. Mehr als eine Million neue Konten kamen 2025 hinzu, ein Jahresrekord für das Unternehmen. Die Vorsteuermarge erreichte sowohl im vierten Quartal (79 Prozent) als auch im Gesamtjahr (77 Prozent) neue Höchststände.

Was Firmengründer Thomas Peterffy verspricht

Die Wachstumsambitionen bleiben ungebrochen. Auf die Frage, wie lange Interactive Brokers das starke Kontowachstum von über 30 Prozent aufrechterhalten könne, antwortete Gründer Thomas Peterffy unverblümt: „Solange ich lebe.“ Der 80-Jährige sieht weltweit steigende Nachfrage nach globalem Marktzugang, während fallende Zinsen Anleger von traditionellen Sparformen wegdrängen.

Das Unternehmen treibt mehrere Initiativen voran: Eine europäische Banklizenz ist in Planung, vermutlich in Irland. Die Bewerbung um eine nationale US-Trust-Charter läuft – mit dieser Lizenz könnte Interactive Brokers Vermögenswerte von Investmentfonds und ETFs verwahren, was derzeit als Broker-Dealer nicht gestattet ist. Der Start ist für Ende 2026 anvisiert.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Interactive Brokers?

ForecastX nimmt Fahrt auf

Die hauseigene Prognosebörse ForecastX, reguliert durch die CFTC, verzeichnete im vierten Quartal 286 Millionen gehandelte Paare – nach nur 15 Millionen im Vorquartal. Über 10.000 Instrumente sind mittlerweile gelistet, vier Market Maker stellen Kurse. Besonders Temperatur-Kontrakte erfreuen sich großer Beliebtheit. Peterffy arbeitet daran, diese mit Strom- und Erdgas-Kontrakten zu verknüpfen, um Energieversorger als institutionelle Kunden zu gewinnen.

Trotz aller Fortschritte bleiben Kryptowährungen ein Nebengeschäft. Die Umsätze sind minimal, das Unternehmen positioniert sich eher als Komplettanbieter für Multi-Asset-Kunden. Eine Expansion nach Europa steht für das erste Quartal 2026 an.

Dividende bestätigt

Der Verwaltungsrat beschloss eine vierteljährliche Dividende von 0,08 Dollar je Aktie, zahlbar am 13. März 2026. Das Eigenkapital des Unternehmens belief sich Ende Dezember auf 20,5 Milliarden Dollar – Schulden weist die Bilanz nicht aus.

Interactive Brokers-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Interactive Brokers-Analyse vom 21. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Interactive Brokers-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Interactive Brokers-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 21. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Interactive Brokers: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Über Dieter Jaworski 1274 Artikel

Über mich: Systematisch und fundiert investieren

Als unabhängiger Finanzanalyst unterstütze ich seit 2002 private und institutionelle Anleger bei der Entwicklung nachhaltiger Finanzstrategien. Meine Leidenschaft für Finanzen und Zahlen reicht jedoch viel weiter zurück – über 40 Jahre. Diese langjährige Begeisterung, kombiniert mit über zwei Jahrzehnten professioneller Erfahrung in Aktienanalyse und Vermögensaufbau, bildet die Basis meiner Arbeit.

Mein Ziel ist es, Ihnen zu helfen, Ihre Finanzen selbstbewusst und systematisch zu steuern. Ich setze auf praxiserprobte Strategien, die auf fundierten Kennzahlen und klaren Regeln basieren – ohne Hype oder kurzfristige Spekulation.

Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

Parallel zu meiner wachsenden Finanzexpertise war ich 29 Jahre bei Siemens in internationalen Positionen tätig (u.a. Netzplanung, technische Großprojekte, Vertriebsleitung). Diese Zeit verschaffte mir tiefe Einblicke in die Abläufe und Kennzahlen großer Konzerne – ein unschätzbarer Vorteil für die heutige Aktienbewertung. Ich war zudem im Research-Team eines Finanzinstituts und als Gutachter für einen Wirtschaftsverlag tätig.

Seit 2007 bin ich als unabhängiger Finanzdienstleister aktiv. Meine Analysen teile ich auch unter den Pseudonymen „Javo“ und "value-javo" auf Finanzplattformen.

Meine Expertise & Arbeitsweise: Transparenz und klare Regeln

Mein Ansatz kombiniert tiefes Fachwissen mit praktischer Erfahrung. Meine Kernkompetenzen umfassen die präzise Aktienanalyse anhand quantitativer und qualitativer Faktoren, die Entwicklung langfristiger Vermögensaufbaustrategien und diszipliniertes Risikomanagement.

Seit 2014 setze ich meine Strategie öffentlich und transparent im Wikifolio „2M – Market Momentum“ um. Dieses Portfolio fokussiert auf Aktien mit starkem Momentum, die gleichzeitig strenge fundamentale Kriterien (Marge, Verschuldung, Ertragskraft) erfüllen. Es spiegelt meine Kernprinzipien wider:

  • Transparenz: Alle Trades im Wikifolio sind öffentlich einsehbar.
  • Substanz: Investitionen nur auf Basis solider Kennzahlen (Umsatz, Gewinn, Cashflow etc.).
  • Disziplin: Regelbasiertes Handeln zur Vermeidung emotionaler Fehlentscheidungen.
  • Nachhaltigkeit: Langfristige Strategien statt kurzfristiger Spekulation.
  • Unabhängigkeit: Keine Interessenkonflikte, nur Ihre finanziellen Ziele im Fokus.

Mein Ziel: Ihr Partner für systematischen Vermögensaufbau

Ich möchte Menschen helfen, ihre Finanzen selbstbewusst und mit einem klaren Plan zu steuern. Mit System, Substanz und meiner jahrzehntelangen Erfahrung unterstütze ich Sie auf Ihrem Weg zum erfolgreichen Vermögensaufbau.