Die Zahlen hätten besser kaum ausfallen können – doch die Anleger zeigten sich unbeeindruckt. Interactive Brokers meldete am Dienstag für das vierte Quartal 2025 einen Gewinn je Aktie von 0,65 Dollar, deutlich über den erwarteten 0,59 Dollar. Auch beim Umsatz übertraf der Online-Broker mit 1,64 Milliarden Dollar die Analystenschätzungen von 1,61 Milliarden Dollar. Die Reaktion an der Börse? Ein Kursrückgang von 1,3 Prozent im nachbörslichen Handel.
Warum die Enttäuschung?
Die Erklärung liegt im Detail. BMO Capital hob zwar das Kursziel von 80 auf 82 Dollar an und bestätigte die „Outperform“-Einstufung, verwies aber auf einen besonderen Effekt: Steuerliche Vorteile trugen 5 Cent zum Ergebnis bei. Ohne diesen Windfall hätte der Gewinn pro Aktie nur bei 0,60 Dollar gelegen – immer noch über den Erwartungen, aber weniger spektakulär. Zudem bezeichnete Analyst Brennan Hawken die Entwicklung bei den nicht-kontrollierenden Anteilen als „noisy“ – also schwer interpretierbar.
Das Nettozinsergebnis entwickelte sich zwar planmäßig, profitierte jedoch von einer Verzögerung zwischen sinkenden Zinssätzen und den Renditen auf Vermögenswerte. Mit anderen Worten: Die Profitabilität könnte unter Druck geraten, sobald dieser Effekt ausläuft.
Rekorde am laufenden Band
Für das Gesamtjahr 2025 lieferte Interactive Brokers dennoch beeindruckende Kennzahlen. Erstmals knackte der Broker die Marke von 6 Milliarden Dollar bei den Nettoerlösen. Die Provisionserträge kletterten um 27 Prozent auf 2,1 Milliarden Dollar, getrieben durch ein Handelsvolumen, das in allen wichtigen Produktkategorien zulegte: Options-Kontrakte um 27 Prozent, Futures um 22 Prozent, Aktien um 16 Prozent.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Interactive Brokers?
Das Kundenvermögen explodierte förmlich – ein Plus von 37 Prozent auf 779,9 Milliarden Dollar zum Jahresende. Mehr als eine Million neue Konten kamen 2025 hinzu, ein Jahresrekord für das Unternehmen. Die Vorsteuermarge erreichte sowohl im vierten Quartal (79 Prozent) als auch im Gesamtjahr (77 Prozent) neue Höchststände.
Was Firmengründer Thomas Peterffy verspricht
Die Wachstumsambitionen bleiben ungebrochen. Auf die Frage, wie lange Interactive Brokers das starke Kontowachstum von über 30 Prozent aufrechterhalten könne, antwortete Gründer Thomas Peterffy unverblümt: „Solange ich lebe.“ Der 80-Jährige sieht weltweit steigende Nachfrage nach globalem Marktzugang, während fallende Zinsen Anleger von traditionellen Sparformen wegdrängen.
Das Unternehmen treibt mehrere Initiativen voran: Eine europäische Banklizenz ist in Planung, vermutlich in Irland. Die Bewerbung um eine nationale US-Trust-Charter läuft – mit dieser Lizenz könnte Interactive Brokers Vermögenswerte von Investmentfonds und ETFs verwahren, was derzeit als Broker-Dealer nicht gestattet ist. Der Start ist für Ende 2026 anvisiert.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Interactive Brokers?
ForecastX nimmt Fahrt auf
Die hauseigene Prognosebörse ForecastX, reguliert durch die CFTC, verzeichnete im vierten Quartal 286 Millionen gehandelte Paare – nach nur 15 Millionen im Vorquartal. Über 10.000 Instrumente sind mittlerweile gelistet, vier Market Maker stellen Kurse. Besonders Temperatur-Kontrakte erfreuen sich großer Beliebtheit. Peterffy arbeitet daran, diese mit Strom- und Erdgas-Kontrakten zu verknüpfen, um Energieversorger als institutionelle Kunden zu gewinnen.
Trotz aller Fortschritte bleiben Kryptowährungen ein Nebengeschäft. Die Umsätze sind minimal, das Unternehmen positioniert sich eher als Komplettanbieter für Multi-Asset-Kunden. Eine Expansion nach Europa steht für das erste Quartal 2026 an.
Dividende bestätigt
Der Verwaltungsrat beschloss eine vierteljährliche Dividende von 0,08 Dollar je Aktie, zahlbar am 13. März 2026. Das Eigenkapital des Unternehmens belief sich Ende Dezember auf 20,5 Milliarden Dollar – Schulden weist die Bilanz nicht aus.
Interactive Brokers-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Interactive Brokers-Analyse vom 21. Januar liefert die Antwort:
Die neusten Interactive Brokers-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Interactive Brokers-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 21. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Interactive Brokers: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...


