mwb research sieht bei Intershop Communications weitere Fortschritte auf dem Weg zur operativen Trendwende. Nach der Telefonkonferenz zum dritten Quartal erhöhten die Analysten gestern ihr Kursziel von 2,30 auf 2,40 Euro und bestätigten ihre Kaufempfehlung. Entscheidend sind für sie die Stabilisierung des Servicegeschäfts und die Entwicklung im Cloud-Bereich.
Die Börse teilt diese Zuversicht heute nicht: Die Aktie verliert -7,1%. Damit stehen die optimistischere Analysteneinschätzung und die aktuelle Kursentwicklung in deutlichem Kontrast.
Servicegeschäft soll sich stabilisieren
Nach Einschätzung von mwb research stützt die Telefonkonferenz die Aussicht auf eine nachhaltige operative Erholung. Der Service-Umsatz sank in den ersten neun Monaten 2026 noch um 2 %. Das Management erwartet nun eine stabile Umsatzbasis je Quartal.
Konkret rechnet die Unternehmensführung im Servicegeschäft mit Quartalsumsätzen von 1,6 bis 1,7 Millionen Euro und einer Bruttomarge von rund 20 %. Diese Erwartungen beschreiben eine Stabilisierung, noch keine kräftige Expansion.
Für die weitere Entwicklung bleibt zudem das Tempo bei Vertragsabschlüssen wichtig. Laut mwb research gewann Intershop im dritten Quartal drei neue Kunden in den USA. Die Vertriebszyklen bleiben allerdings lang. Neue Kunden sind damit ein positives Signal, beseitigen die Unsicherheit über den Zeitpunkt zusätzlicher Erlöse aber nicht.
Bei der Nutzung künstlicher Intelligenz gibt es ebenfalls Fortschritte: Nach Angaben der Analysten setzen 20 % der Cloud-Kunden entsprechende Angebote ein. Die Verbreitung liefert einen weiteren Anhaltspunkt für die Produktnachfrage, ist für sich genommen jedoch kein Beleg für eine breite Umsatzbeschleunigung.
Auftragszuwachs trifft auf schwächere Erlöse
Die Geschäftszahlen zeigen, warum die Analysten trotz rückläufiger Gesamterlöse zuversichtlich bleiben. Die eingehenden Cloud-Aufträge stiegen in den ersten neun Monaten um 29 % auf 14,2 Millionen Euro. Der zusätzliche jährlich wiederkehrende Umsatz, das sogenannte Net New ARR, erreichte im dritten Quartal 0,5 Millionen Euro.
Auftragseingang und neue wiederkehrende Erlöse sprechen für Fortschritte im Vertrieb. Sie sind allerdings nicht mit bereits realisiertem Konzernumsatz gleichzusetzen. Gerade bei langen Vertriebszyklen bleibt diese Unterscheidung für die Bewertung der Erholung wesentlich.
Der Cloud-Umsatz wuchs im Neunmonatszeitraum um 2 % auf 15,7 Millionen Euro. Damit entfielen 67 % des Konzernumsatzes auf diesen Bereich.
Das Cloud-Geschäft legt somit zu, während Intershop insgesamt weiterhin mit rückläufigen Erlösen arbeitet. Die operative Verbesserung bedeutet bislang keine Rückkehr zu konzernweitem Wachstum.
Jahresausblick bleibt zurückhaltend
Beim Ergebnis hat Intershop bereits Boden gutgemacht. In den ersten neun Monaten 2026 erreichte das Unternehmen ein EBIT von 0,2 Millionen Euro nach einem Verlust von 1,4 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
Trotz dieser Verbesserung hat das Management die Jahresprognose lediglich bestätigt. Erwartet werden weiterhin ein ausgeglichenes EBIT und ein Umsatzrückgang, der etwas geringer als im Vorjahr ausfallen soll. Cloud-Aufträge und Net New ARR sollen das Vorjahresniveau erreichen.
Das höhere Kursziel von mwb research setzt damit auf eine Fortsetzung der Stabilisierung, nicht auf eine angehobene Unternehmensprognose. Für Anleger liegt der entscheidende Prüfstein darin, ob Intershop die besseren Vertriebssignale trotz langer Abschlusszyklen in dauerhaft tragfähige Erlöse und Ergebnisse übersetzen kann.
Stand heute, 23. Oktober: INTERSHOP Communications – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in INTERSHOP Communications investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 23. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

