INTERSHOP Communications Aktie: Verluste weiten sich aus

Der Softwareanbieter verzeichnet einen deutlichen Umsatz- und Gewinneinbruch. Ein komplexes Großprojekt und Personalabbau belasten das Ergebnis, während das Cloud-Geschäft stabil bleibt.

INTERSHOP Communications Aktie
Kurz & knapp:
  • Umsatz und operatives Ergebnis brechen deutlich ein
  • Komplexes Großprojekt belastet Service-Erlöse stark
  • Cloud-Umsatz stagniert, Auftragseingang legt jedoch zu
  • Personalabbau und Vertragsverlängerung für CEO Dränert

Der Jenaer Software-Spezialist INTERSHOP Communications hat heute vorläufige Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 vorgelegt – und die fallen ernüchternd aus. Der Umsatz brach um 14 Prozent auf 33,3 Millionen Euro ein, nach 38,8 Millionen Euro im Vorjahr. Noch deutlicher fiel der Einbruch beim operativen Ergebnis aus: Das EBIT rutschte von einem knappen Plus von 0,1 Millionen Euro auf minus 2,8 Millionen Euro ab.

Unter dem Strich steht für 2025 ein Verlust nach Steuern von 3,2 Millionen Euro – ein deutlicher Rückschlag nach dem Minus von 0,4 Millionen Euro im Jahr 2024. Das Ergebnis je Aktie verschlechterte sich entsprechend von minus 0,02 Euro auf minus 0,21 Euro. Die Bruttomarge sank um zwei Prozentpunkte auf 44 Prozent.

Großprojekt frisst Ressourcen

Besonders hart traf es den Servicebereich: Die Erlöse brachen hier um 29 Prozent auf 6,3 Millionen Euro ein. Hauptverantwortlich dafür war laut Unternehmensangaben ein komplexes Großprojekt, das deutlich mehr Ressourcen band als ursprünglich kalkuliert. Erst Anfang Februar 2026 konnte die Abnahme erfolgen. Zusätzlich belasteten Einmalaufwendungen für Personalabbaumaßnahmen in Höhe von 0,9 Millionen Euro das Ergebnis.

Auch das Lizenz- und Wartungsgeschäft lief rückwärts: Die Erlöse sanken auf 6,4 Millionen Euro, nach 9,4 Millionen Euro im Vorjahr. Das Unternehmen begründet dies mit der strategischen Fokussierung auf das Cloud-Geschäft und der sogenannten Partner-First-Strategie, bei der Projekte zunehmend über das Partnernetzwerk abgewickelt werden.

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Cloud-Geschäft stagniert

Einen Lichtblick gibt es allerdings: Das strategisch wichtige Cloud-Geschäft hielt sich mit 20,5 Millionen Euro stabil auf Vorjahresniveau. Der Anteil am Gesamtumsatz erhöhte sich dadurch auf 62 Prozent, nach 53 Prozent im Jahr 2024. Der Cloud-Auftragseingang legte sogar um 9 Prozent auf 21,7 Millionen Euro zu – vor allem dank zahlreicher Neuabschlüsse im vierten Quartal.

Allerdings zeigt sich hier auch eine Schwachstelle: Der jährlich wiederkehrende Cloud-Umsatz (ARR) verharrte bei 20,1 Millionen Euro. Der Net New ARR lag bei lediglich 0,6 Millionen Euro, deutlich unter den 2,7 Millionen Euro des Vorjahres. Grund sind auslaufende Kundenverträge, die nicht kompensiert werden konnten. Die Cloud-Marge blieb immerhin stabil bei 65 Prozent.

Personalabbau und Vertragsverlängerung

Die Belegschaft wurde im Jahresverlauf kräftig gestutzt: Zum Jahresende 2025 beschäftigte INTERSHOP weltweit noch 224 Mitarbeiter, nach 261 zum Ende 2024. Der operative Cashflow rutschte von plus 2,1 Millionen Euro auf minus 0,3 Millionen Euro ab.

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Eine bemerkenswerte Personalentscheidung verkündete der Aufsichtsrat dennoch: Der Vertrag von CEO Markus Dränert wurde vorzeitig bis März 2029 verlängert. Dränert hatte das Ruder erst im September 2025 übernommen und war zuvor als COO tätig.

Ausblick bleibt verhalten

Für das laufende Geschäftsjahr 2026 stellt INTERSHOP einen weiteren Umsatzrückgang in Aussicht – allerdings in geringerem Ausmaß als 2025. Beim Cloud-Auftragseingang und Net New ARR rechnet das Management mit einer Entwicklung auf Vorjahresniveau. Immerhin: Dank der umgesetzten Kostensenkungsmaßnahmen erwartet der Vorstand ein ausgeglichenes operatives Ergebnis.

Die Eigenkapitalquote verbesserte sich zum Jahresende 2025 auf 36 Prozent, nach 29 Prozent zum Vorjahresstichtag. Dies lag vor allem an einer Bezugsrechtskapitalerhöhung, die das gezeichnete Kapital um 4,4 Millionen Euro auf 19,0 Millionen Euro erhöhte. Die liquiden Mittel lagen bei 8,8 Millionen Euro.

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